Schere zwischen Arm und Reich wird größer

Aus aktuellem Anlass noch ein Paar Worte zur Schere zwischen Arm und Reich: Das Manager-Magazin berichtet über einen aktuellen Report des DIW (Deutsches Instituts für Wirtschaftsforschung) und präsentiert aktuelle Zahlen.

Demnach beträgt das Gesamtvermögen in Deutschland abzüglich Schulden 6,6 Billionen Euro und umfasst auch Häuser, Grundstücke, Geld, Wertpapiere, private Versicherungen, Gold, Schmuck und wertvolle Sammlungen. Das arithmetische Mittel auf alle Deutschen beträgt circa 88.000 Euro und ist rund 10 Prozent bis 2007 gegenüber 2002 gewachsen. Auf die untere Hälfte der Bevölkerung entfällt allerdings lediglich ein Mittelwert von rund 15.300 Euro. Das entspricht einem Zuwachs von 1,9 Prozent von 2002 bis 2007. Die oberen 10 Prozent der Bevölkerung besitzen ein Vermögen von rund 222.300 Euro, das 2007 circa 6,1 Prozent im Vergleich zu 2002 zulegte und das oberste Prozent der Bevölkerung verfügt hingegen über 817.200 Euro (+10 %).

Interessant ist auch die Vermögensverteilung, wonach die Reichsten 10 Prozent ihren Anteil von 57,9 % auf 61,1 % erhöhen konnten, während bei den Ärmeren der Grad der Verschuldung von 1,2 % auf 1,6 % anstieg. Auf das reichste ein Prozent entfallen 23 Prozent des Volksvermögens, während die unteren 70 Prozent der Bevölkerung lediglich über einen Anteil von 9 Prozent verfügen.

Damit wird noch einmal deutlich, wie rapide sich die unterschiedlichen Vermögen auseinander entwickeln. Das Manager-Magazin stellt außerdem fest, dass sich die Entwicklung durch die Festlegungen der Hartz-Reformen verstärkt haben, die Arbeitslose zwingen, ihre Ersparnisse zuerst aufzubrauchen, bevor sie Anspruch auf Hartz IV haben.

Interessant ist allerdings auf die Frage, wie sich der Zuwachs so deutlich unterscheiden kann? Hier sind aus meiner Sicht zwei Gründe zu nennen, die für diesen Umstand relevant erscheinen. Zum Einen haben die oberen Einkommensbezieher natürlich viel größeren Spielraum, was Ausgaben, Einnahmen und Sparen betrifft, da sie längst nicht mehr in der Lage sind, all ihr Vermögen auch zu verkonsumieren. Bei ihnen bleibt damit zwangsläufig Vermögen "übrig", das sie sparen können, während die unteren Hälfte mit einem durchschnittlichen Vermögen von gerade einmal 15.000 Euro kaum in der Lage sind, von ihrem Einkommen auch noch etwas beiseite zulegen - zumal die Ausgaben für die Lebenserhaltung in den letzten Jahren rapide gestiegen sind, während die Reallöhne sich sogar negativ entwickelt haben.

Als zweiter Umstand kommt hinzu, dass gerade die "Reichen" mit "übrigem" Kapital mehr Spielraum haben, um sich an spekulativen Investitionen zu beteiligen. Das heißt, sie haben einen größeren Anteil ihres Vermögens in Unternehmensanteile wie Aktien oder Anleihen investiert. Betrachtet man den Zeitraum von 2002 bis 2007, stellt man fest, dass in diesen fünf Jahren an den Börsen ein enormer Boom erfolgt ist. Allein der Deutsche Aktienindex (DAX) hat sich von knapp 2000 Punkten auf 8000 Punkte vervierfacht. Ein Umstand, von dem die Vermögen der Oberen 10 Prozent natürlich durch ihre aktivere Teilnahme deutlich stärker profitiert haben.

In den Medien liest man allerdings nur die Kehrseite, dass dieser Bevölkerungsanteil in der Baisse des letzten Jahres enorme Wertverluste hinnehmen mussten. Bedenkt man, dass der DAX immer noch doppelt so hoch steht wie 2002, darf man wohl annehmen, dass sich im Vergleich zu 2002 dennoch ein deutlicher Vermögenszuwachs feststellen lässt.

Wenn allerdings gerade Unternehmensbeteiligungen so stark für den Vermögenszuwachs verantwortlich sein sollen, stellt sich die Frage, warum der übrige Teil der Bevölkerung sich nicht auch an diesem System arrangiert? Denn gerade hier bestehen langfristig wichtige Chancen, um den eigenen Vermögensanteil am Gesamtvermögen der Gesellschaft zumindest konstant zu halten. Gründe dafür will ich in den nächsten Beiträgen aufzählen, aber auch Argumenten und Hinweise, wie man auch als "Kleiner Mann" sein Stück vom Kuchen abbekommt.

Erfolgreich sparen?

"Wir müssen sparen!" Das haben wir schon oft gehört. Aus der Zeitung, aus dem Fernsehen, den Nachrichten. Politiker, Unternehmer, Professoren, Wirtschaftsweise. Alle geben uns regelmäßig zu hören, dass wir zu viel Geld ausgeben. Gleichzeitig können wir aber auch erleben, dass die Sparquote seit 2001 laut BVI sogar wieder ansteigt. Im zweiten Quartal 2008 erreichte Deutschland sogar eine Quote von 10.8 Prozent! Wie kann das sein? Wir leben über unsere Verhältnisse und sparen gleichzeitig 10 Prozent unseres Einkommens?

Man kann an dieser Stelle wohl nur zu einem Ergebnis kommen, wie sich diese Sparquote berechnet. Und zwar ergibt sie sich aus dem Verhältnis des Einkommens aller Bundesbürger und ihren Ausgaben. Das heißt, die Sparquote erfasst sowohl die Gutverdiener als auch die Bezieher von Niedrig-Löhnen.
Geht man nun davon aus, dass ein Niedrig-Lohn-Empfänger mit einem Nettoeinkommen von 20.000 Euro pro Jahr gar nichts sparen kann und ein Gutverdiener von seinen 50.000 Euro Jahreseinkommen nur 10 Prozent spart - also 5.000 Euro, erhalten wir eine Sparquote von 5.000 Euro / 70.000 Euro = 7,1 Prozent. Berücksichtigt man nun, dass die oberen 10 Prozent der Bevölkerung rund 45 % des deutschen Vermögens besitzen und die unteren 50 Prozent circa 4 % des Vermögens (Abschnitt II. Vermögensverhältnisse), wird schnell klar, wie sich eine derartige Sparquote ergibt.

Nun wollen wir aber nicht in die "Neiddebatte" einstimmen, die nun gern heraufbeschworen wird, sondern uns stattdessen lieber intensiver damit beschäftigen, wie es zu dieser extremen Einkommensverteilung kommen konnte und wie etwas dagegen unternehmen können.

Als hätte man es geahnt: Ein wichtiger Baustein hierzu ist natürlich: erfolgreiches Sparen! Was es damit genau auf sich hat, das will ich versuchen im Rahmen dieses Blogs zu erklären.
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