Spar dich nicht arm!

Richtiges Sparen ist gar nicht so einfach. Wer sich etwas damit beschäftigt, findet häufig Tipps wie "nicht alle Eier in einen Korb" oder "Aktien sind zu gefährlich" oder "eine langfristig stabile Wertentwicklung ist das wichtigste". Alles Blödsinn!

Um richtig sparen verstehen zu können, muss man sich zuerst in einem wesentlichen Punkt klar werden: Man kann richtig und falsch sparen! Dabei bedeutet "falsches Sparen", dass man eine Strategie nutzt, die langfristig nicht das Ziel erreicht, etwas Kaufkraft für später aufzuheben.

Doch was ist Kaufkraft? Von Kaufkraft spricht man, wenn man sich den Wert ansieht, den man für eine bestimmte Menge an Geld erhält. So benötigt man heute fast die dreifache Menge an Geld, um sich ein Brot zu kaufen wie vor 20 Jahren. Diese Entwicklung ist auch als Inflation bekannt - Geldentwertung.

Wer also heute falsch spart und sich sein Geld unter das Kopfkissen legt, kann damit rechnen, dass er in 20 Jahren für seine Sparleistung nicht mehr den Gegenwert der Kaufkraft erhält, auf den er heute eigentlich verzichtet hat.

Wer sich später von seinem ersparten noch genauso viel Brot leisten können möchte wie heute, muss also dafür sorgen, dass seine Kaufkraft nicht abnimmt! Im einfachsten Fall könnte man sagen, man spart nicht das Geld, sondern kauft sich dafür Brot. Doch Brot hält sich leider keine 20 Jahre.

Richtig sparen bedeutet also nicht, möglichst viel Geld unter dem Kopfkissen zu sammeln, sondern die Kaufkraft so zu speichern, dass sie in 20 Jahren ohne Wertverlust - am besten noch mit Wertgewinn! - wieder abgerufen werden kann! Dazu bieten sich Anlagen an, die nicht von der Geldentwertung betroffen sind: Sachwerte wie Häuser, Immobilien, Rohstoffe oder Grund und Boden. Doch wer kann sich schon einfach ein Haus kaufen?

Normale Arbeitnehmer, die ihr jeden Monat etwas sparen können, werden von 100 oder 200 Euro keine Sachwerte kaufen können. - Und bitte! Denk lieber gar nicht daran, das Haus über einen Kredit zu kaufen und dann abzubezahlen! Wollen wir für uns sparen oder für die Bank?

Die Lösung sind Beteiligungspapiere. Wir brauchen nun nicht mehr ein ganzes Haus oder eine vollständige Fabrik zu kaufen, sondern teilen uns mit anderen Investoren in den Kaufpreis hinein. Ergebnis: 100 Sparer mit jeweils 100 Euro können sich Sachwerte für 10.000 Euro leisten und besitzen dafür 1/100 vom Gebäude. Und jeder von ihnen kann sich sicher sein, dass in 20 Jahren dieser Wertanteil immer noch 1/100 beträgt. Was in dieser Zeit mit dem Geldwert passiert, kann Besitzern von Sachwerten vollkommen egal sein. Denn wenn das Geld in 20 Jahren nur noch die hälfte Wert ist - dann kostet der Anteil am Haus schlicht doppelt so viel!



Ähnlich funktioniert das System mit Unternehmen. Wir finden andere Investoren und geben gemeinsam Geld für Maschinen, Anlagen oder Frabrikhallen, um ein Unternehmen zu betreiben. Gleichzeitig erhält der Investor einen Anteil vom Gewinn, den das Unternehmen erwirtschaftet. Später kann dieser Anteil dann an neue Investoeren verkauft werden - wir erhalten als Gegenwert Geld und können uns davon genauso viel Brot kaufen wie früher.

Doch wie findet man nun Investoren? Nichts einfacher als das! Für genau diesen Zweck wurde vor über 100 Jahren die Börse geschaffen. Dort treffen unzählige Investoren aufeinander und verhandeln täglich über ihre Anteile an Unternehmen. Und diese Anteile nennt man Aktien. Mit Aktien lässt sich also langfristig richtig Sparen und Kaufkraft sichern.

Der BVI hat dazu eine Statistik über das Sparen in Aktienfonds Deutschland und Welt angefertigt und mit Renten und Immobilien verglichen. Dabei wurde als Stichtag der 30. Juni 2009 gewählt - eine Zeit, in der allgemein von Rezession und schlechter Börsenphase die Rede ist. Dennoch haben weltweite Aktienfonds hier eine Rendite von 2,3 Prozent und in Deutschland von 3,3 Prozent erreicht und sind damit noch immer dem Sparbuch mit unter 1 % deutlich überlegen.

Rentenfonds erreichen zu diesem Zeitpunkt eine etwas höhere Rendite von über 4 Prozent und sind offenbar die bessere Wahl. Doch Vorsicht! Rentenfonds sind klassische nominale Forderungen - entsprechen also Geldwerten, während Aktienfonds tatsächlich auf Sachwerten bzw. Unternehmen basieren. Da ihr Wert deutlich stärker schwankt, lässt sollte das Ergebnis in der Rezession nicht als "üblich" interpretiert werden. Vielmehr ist dieses Ergebnis als Minimal-Wert zu betrachten, das die Angst vor "unsicheren Beteiligungspapieren" nehmen soll. Im langfristigen Durchschnitt liegt die Rendte von Aktienfonds bei deutlich über 8 Prozent - die sich aber nur erreichen lässt, wenn in wirtschaftlich guten Zeiten verkauft wird.
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