3 Denkfehler, die dich von der finanziellen Freiheit abhalten

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Kann man süchtig nach sparen werden? Ich stelle bei mir fest, dass ich immer öfter ein besseres Gefühl verspüre, wenn ich KEIN Geld ausgeben muss. Der Blick auf sinkende Kredithöhe und wachsende Guthaben auf dem Tagesgeldkonto und in meinen Aktiendepot befriedigt mich zunehmend mehr als jede Konsumausgabe. Ich habe einmal gelesen, warum angeblich reiche Menschen reich werden und arme Menschen arm bleiben: Die armen Menschen kaufen „Dinge“, reiche Menschen erwerben Vermögensgegenstände. Zudem scheinen reiche Menschen eine Vorliebe zum sparsamen Leben zu haben – zumindest in der Aufbauphase. Das habe ich diese Woche erst wieder festgestellt, als ich eine Dokumentation über das Leben von Warren Buffett geschaut habe. Er wohnt noch immer in seinem ersten eigenen Haus, fährt bevorzugt ältere Gebrauchtwagen über mehrere Jahre und pflegt ein sparsames Büro mit effektiver Einrichtung, aber ohne Prunk.

Ich bin mir nicht sicher, wo das noch hinführt. Derzeit ertappe ich mich dabei, jede Ausgabe doppelt und dreifach zu hinterfragen. „Brauche ich das wirklich?“ Es ist erstaunlich, worauf man verzichten kann, wenn man nur will.

Das schlimme ist wohl, dass es mittlerweile auch um elementare Dinge wie Nahrungsmittel geht. Ich weiß, dass man hier der Gesundheit zuliebe nicht sparen sollte. Dennoch vermeide ich den Kauf von Markenprodukten, weil ich ihren (qualitativen) Mehrwert einfach nicht sehe.

Auch verstehe ich nicht, wie sich Menschen besser fühlen können, wenn sie ihre Wohnung mit „Acssessoires“ vollstellen. Wozu braucht man das? Freunde sagen mir, dass sie mit diesen Dingen Erinnerungen verknüpfen. Da frage ich mich: Ist die Erinnerung wirklich so wenig wert, dass man sie an einen Gegenstand binden muss?

3 Denkfehler, die dich von der finanziellen Unabhängigkeit abhalten

  1. Hör auf dir Dinge zu kaufen, die dich an etwas erinnern sollen! Erinnerungen knüpft man nicht an Gegenstände. Entweder das Ereignis war wirklich wichtig für dich, dann wirst du es immer im Kopf behalten, oder es ist das Geld nicht Wert, für das du die Erinnerung „kaufst“. Falls du eine Gedankenstütze brauchst, leg dir ein Fotoalbum an. Ein Foto reicht meistens schon aus, um dich schnell in die Vergangenheit zu versetzen. Auch Musik erinnert mich häufig an schöne (und nicht so schöne) Erlebnisse.
  2. Lass dir nicht von anderen sagen, welche Dinge du zum Leben benötigst. Brauchst du wirklich die dritte Vase? Ist dieser neue Kerzenständer wirklich so viel besser als der alte? Musst du wirklich jetzt bei Starbucks den teuren Kaffee mit Aroma trinken?
  3. Ein hohes Einkommen rechtfertigt nicht, dass du auch mehr ausgeben solltest. Wäge ab, ob dir Bequemlichkeit JETZT wirklich wert ist, dass du dafür deine Ziele nicht erreichst. Wenn du Vermögen aufbauen willst, dann musst du zwangsläufig Geld sparen. Niemand erreicht finanzielle Unabhängigkeit, wenn er sein ganzes Geld immer ausgibt. Richte also deine Lebenshaltungskosten nicht am Einkommen aus, sondern an deinen eigenen Bedürfnissen! Meistens wird nach intensivem Abwägen schnell klar, dass du bisher viel Geld gedankenlos zum Fenster hinausgeworfen hast!

Wieviel ist dein Leben wert?

Ich weiß, dass ich süchtig bin nach Sparen. Sparen ist ein Droge für mich. Wenn ich Geld ausgebe, dann ist das für mich das gleiche Gefühl wie ein Junkie mit Entzugserscheinungen. Ich fühle mich schlecht. Ich habe ein schlechtes Gewissen.

Warum? Weil jede Ausgabe zwischen mir und meinem Ziel steht. Jeder Euro, der nicht in Vermögenswerte investiert wird, kostet mich einen Tag, den ich später finanziell frei bin.

Wieviel sind dir deine Tage wert?

4 KOMMENTARE

  1. Sparsames Leben: ja.
    Krankhafter Geiz: nein.

    Man muss sich auch mal was gönnen können. Wer nur noch irgendeinem fernen Ziel hinterher jagt („finanzielle Freiheit“), der vergisst vielleicht, dass er im hier und jetzt lebt und morgen auch schon krank oder tot sein kann.

    Ich hab sie schon persönlich erlebt: Millionäre, die zu geizig waren, im Winter zu heizen. Das Geld würde für 3 Leben reichen, aber sie sitzen mit 3 Decken in ihrem kalten Haus. Finanziell frei, aber Gefangene ihres Geizes.

    Mit den „3 Denkfehlern“ im Mittelteil hast du sicher recht.

    VG
    Joe

    • Ja, natürlich muss man da immer einen Kompromiss finden. Es ist auch entscheidend, ob man schon sein Ziel erreicht hat oder ob man noch darauf zu arbeitet.

  2. Hallo Rico,

    ein toller Artikel. Ich bin eben durch deinen Blog gesurft und finde deine Tipps und Ideen zum Thema Vermögensaufbau hilfreich und motivierend. Mit 22 beschäftige ich mich das erste mal mit diesem Thema und finde es noch ziemlich schwierig, mich in dem Dschungel aus Fachbegriffen zurecht zu finden.

    Ich stimme dir vollkommen zu, dass man seine Bedürfnisse nicht nach seinem Einkommen richten sollte. So ist es bei mir im Moment – seitdem ich ausgelernt bin und weit aus mehr verdiene, gebe ich auch viel mehr aus. Und ich weiß gar nicht wofür – ein Grund für mich, ein Haushaltsbuch zu führen und meine (unötigen) Ausgaben einzuschränken.

    Ein kleiner Fortschritt in meiner (nicht vorhandenen) Finanzplanung: ich habe mir ein Tagesgeldkonto zugelegt! Eigentlich kann es nur ja berg auf gehen..

    Danke für die informativen Berichte, ich schaue bestimmt häufiger vorbei!

    VG Vica

    • Hallo Vica, das Tagesgeldkonto ist neben dem Haushaltsbuch tatsächlich der wichtigste Schritt zum Vermögensaufbau. Ohne sich an regelmäßiges Sparen zu gewöhnen sind alle anderen Strategien zum Scheitern verurteilt.

      Von den Fachbegriffen darfst du dich nicht verwirren lassen, die helfen im konkreten Fall auch nicht zu mehr Erfolg! 🙂

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