Der Weg zum großen Vermögen führt über viele kleine Schritte und ist mit einiger Disziplin verbunden. Allerdings spreche ich hier nicht von dem klassischen Ziel „schnell reich zu werden“, sondern von einer dauerhaften Strategie, wie man sich garantiert ein eigenes Vermögen aufbauen kann. Ein wichtiges Hilfsmittel dazu stellt das gute alte Haushaltsbuch dar. Besonders am Anfang wird es dir als Partner und Berater häufig zur Seite stehen und dir kompromisslos offenlegen, welche Ausgaben „drin“ sind und welche nicht.

Zum Millionär wird man nicht, indem man so lebt, als wäre man schon einer.

Vielmehr lautet die Devise: „Wissen, was man hat.“ Denn wer weiß, was sich auf seinem Konto tut, kann auch besser seine Finanzen steuern. Dazu braucht es keinen Finanzberater – denn auch diese berücksichtigen häufig die wichtigsten Grundsätze nicht.

Es geht im ersten Schritt darum, festzustellen, wieviel Geld du jeden Monat einnimmst und wieviel jeden Monat für deine Ausgaben wieder verschwindet. Wir begeben uns auf die Antwort nach der Frage, warum „am Ende des Geldes noch so viel Monat übrig ist“.

Gern möchte ich dir auch beweisen, dass ein Haushaltsbuch besonders in der Zeit digitaler Medien alles andere als aufwändig zu pflegen ist. Nach der ersten Vorbereitung bist du mit wenigen Minuten Arbeitsaufwand stets auf der Höhe der Zeit.

Haushaltsbuch für Faule

Es gibt viele Menschen, die es schaffen gerade so zu leben, dass am Ende des Monats eine schwarze Null auf dem Konto steht. Doch mit dieser Lebensweise wird niemals ein Vermögen erwachsen. Vielmehr lautet ja unser Ziel, weniger auszugeben als eingenommen wird. Nur so können wir den verbliebenen Überschuss zu sparen und letztendlich sogar gewinnbringend investieren!

Im Haushaltsbuch werden regelmäßig die gemachten Einnahmen und Ausgaben notiert. Bestimmt hast du gerade das Mütterchen im Kopf, dass penibel jeden Kassenzettel aufhebt und die Beträge Cent-Genau in das dicke Haushaltsbuch überträgt?

Ich kann dich aber beruhigen — für zielbringende Ergebnisse geht es deutlich einfacher! Vergiss Kassenzettel, Cents und Pfennige! Niemanden interessiert es, ob du 2,89 EUR für den Kaffee bezahlt hast oder 3 EUR! Also runde ruhig die Beträge! Wenn du dabei eher auf- als abrundest, erreichst du dadurch am Ende sogar einen positiven Effekt!

Auch den Gedanken, jetzt jeden Abend mit umständlichen Rechnungen verbringen zu müssen, können Sie abschreiben. Die Notizen dauern nicht mehr als ein- oder zwei Minuten pro Tag! Auch wenn du einmal einen Tag keine Zeit, kannst du problemlos die Ausgaben am nächsten Tag notieren. Doch warte nicht zu lang. Am Ende des Monats wird es dir garantiert schwer fallen, alle Ausgaben zu rekonstruieren! Doch selbst dann ist der Aufwand sich über die vergangenen Ausgaben noch einmal Gedanken zu machen, keineswegs verschwendete Zeit.

Einfacher wird es aber, wenn du ein Smartphone besitzt. Denn dafür gibt es bereits viele Apps, mit denen sich ein Haushaltsbuch bequem und von überall führen lässt. Ich habe dadurch den Vorteil, dass ich mein Haushaltsbuch in der Straßenbahn oder im Bus auf dem Weg zur Arbeit nachtragen kann.

Tipp

Ein Haushaltsbuch muss nicht kompliziert sein. Fang einfach an, deine Ausgaben zu notieren. Runde die Beträge.

Wichtig ist, alle Ausgaben zu erfassen um einen Überlick zu bekommen. Die exakten Beträge sind irrelevant!

Das Wichtigste beim Haushaltsbuch?

Grundsätzlich sind nur 3 Dinge wichtig, damit das Haushaltsbuch seine Funktion auch erfüllen kann. Wir erinnern uns: Ziel ist es, am Ende des Monats zu sehen, ob wir mehr Geld ausgegeben haben, als wir verdient haben oder nicht. Kurz und knapp heißt das:

  • Vollständigkeit
  • Nachvollziehbarkeit (plausibel)
  • Regelmäßigkeit

Vollständigkeit

Dafür muss klar sein, dass du keine Ausgaben vergessen darfst — auch der Kaffee im gemütlichen Cafe an der Ecke nicht, bei dem du die letzten Sonnenstrahlen genossen hast!

Wichtig sind auch die großen Blöcke, die regelmäßig vom Konto abgebucht werden, die du aber vielleicht schon längst aus dem Bewusstsein verdrängt hast: Miete, Versicherungen, Telefon, Internet, Raten für Auto, Haus, Wohnung oder Möbel.

Vergiss auch nicht die Zahlungen, die jährlich anfallen. Hier empfiehlt es sich häufig, diese Zahlungen auf dem Monat herunterzurechnen und sie als Ausgaben mit zu berücksichtigen. In einem späteren Schritt können diese dann auf ein separates Konto gebucht werden, um für die Jahreszahlungen anzusparen.

Wenn du eine Software nutzt, kannst du diese Ausgaben meist vorab planen, sondass sie automatisch erfasst werden, wenn sie fällig sind.

Nachvollziehbarkeit

Es empfiehlt sich, einige Kategorien festzulegen, in die deine Ausgaben eingeordnet werden. Häufig bieten sich hier Zahlungen für Miete, Strom, Versicherung oder Internet/ Telefon an. Aber auch „Körperpflege“, „Freizeit“, „Essen“ oder „Kleidung“. Die genaue Aufteilung ist aber natürlich von dir persönlich abhängig.

Zu guter Letzt bleiben schließlich die Einnahmen: Monatliches Gehalt, Steuerrückzahlungen, Zinsen oder sonstige Einnahmen sollten hier natürlich erfasst werden. Da diese sich normalerweise kaum ändern, haben Sie hier auch nur wenig Arbeit. Später kommen hier vielleicht mal weitere Kategorien hinzu: Dividenden, Mieteinnahmen oder Projektabrechnungen aus deinem Nebengeschäft.

Regelmäßigkeit

Vergiss bei allen Dingen nicht: Es kommt nicht auf höchste Genauigkeit an, sondern darauf, dass du regelmäßig deine Finanzen im Blick hast! Verlier dich nicht in Details! Man darf in Ausnahmefällen auch mal einen Schätzbetrag nehmen oder beim Vergleich mit dem Konto die fehlenden Euros durch eine Ausgleichsposition korrigieren. Langfristig kommt es auf das große Ganze an!

 

Das Wichtigste beim Haushaltsbuch

  • Vollständig
  • Plausibel
  • Regelmäßig

Der Anfang: Einfache Beispiel-Struktur als Vorlage

Die nächste Hemmschwelle ist die Vorstellung, wo man anfangen sollte? Dabei ist die Antwort so einfach: Einfach jetzt und sofort aufschreiben, welche Ausgaben ab heute anfallen. Es ist eigentlich unnötig, sich vorher lange Gedanken über Kategorien oder Strukturen zu machen. Das kann einfach während der Eingabe passieren. Auf diesem Weg wächst das Haushaltsbuch schrittweise mit und man hat keine überflüssigen Posten, die das Ergebnis nur unübersichtlich machen.

Dennoch möchte ich an dieser Stelle mein persönliches Haushaltsbuch einmal genauer vorstellen. Dabei habe ich zunächst alle Konten erfasst (Girokonto, Sparkonto, Sparbuch, Tagesgeld-Konto, Kreditkarten-Konto, Referenzkonto). Zusätzlich habe ich ein weiteres Bar-Konto angelegt, das die Beträge erfasst, die ich in meinem Portemonnaie mit mir herumtrage. Das hat den Vorteil, dass „Barauszahlungen“ von Konto nicht sofort vollständig „verbucht“ sind sondern später schrittweise den anfallenden Ausgaben zugeteilt werden. Umsetzen lässt sich das alles ganz bequem mit Financisto auf dem Smartphone.

Allgemein lässt sich zur Planung das Haushaltsbuch in Fixkosten und variable Kosten einteilen. Fixkosten fallen dabei regelmäßig jeden Monat oder zum Beispiel jährlich an. Der Vorteil ist, dass sie einfach planbar sind und sich leicht erfassen lassen. Zudem kann ihre Buchung automatisiert werden, sodass hier nach etwas Finetuning nur noch wenig Arbeit erforderlich ist.

Meine Fixkosten umfassen folgende Posten:

  • Gehalt
  • Versicherung
  • Internet
  • Strom
  • Miete
  • Telefon
  • Zinsen
  • Abos

Hier wird klar, dass Fixkosten nicht nur Ausgaben sondern auch Einnahmen umfassen. Wenn man hier alle Werte erfasst hat, sieht man schon gut, wieviel Geld tatsächlich jeden Monat zum Leben übrig bleibt, wenn man alle fixen Ausgaben abzieht. Als Tipp für erfolgreiches Sparen: Ich versuche die Fixkosten immer so gering wie möglich zu halten und Frage mich regelmäßig, ob die Ausgaben tatsächlich noch notwendig sind oder reduziert werden können.

Variable Kosten sind schließlich der Block, der jeden Monat anders aussieht. Doch gerade hier kommt der Vorteil eines langfristigen Haushaltsbuches zum Tragen, denn wenn man über mehrere Monate zum Beispiel die Ausgaben für Essen oder Freizeit beobachtet, kann man schon gut einschätzen, in welcher Höhe man durchschnittlich rangiert. Dann darf man sich selbst Fragen, ob dieser Kostenblock sich so rechtfertigen lässt oder ob man nicht sogar noch etwas bewusster mit den Finanzen hantiert.

  • Essen
  • Ausbildung
  • Kleidung
  • Hygiene
  • Werbungskosten
  • Reisen
  • Freizeit
  • Geschenke
  • Sparen
  • Unterkunft
  • Gebühren

Reisen, Freizeit, Unterkunft sind bewusst sehr allgemein gehalten. Einmal lassen sich die Punkte nur schwer weiter aufteilen, zum anderen sollen die Aktivitäten ja nicht bis ins Kleinste Detail überwacht werden. Vielmehr lassen sich hier grob die Ausgaben für Urlaub, die eigene Freizeitgestaltung von Party über Kino bis Zoobesuch leicht erfassen.

Unterkunft entspricht dann den Ausgaben für Hotels oder andere Übernachtungen. Das hat den Vorteil, dass man sich nach dem Urlaub überlegen kann, ob der Anteil, den man für das Hotel bezahlt hat, wirklich so gewünscht ist, oder ob man nicht lieber mehr Geld zum Restaurant-Besuch aufwendet und dafür in Zukunft eine Hotelklasse niedriger bucht.

Tipp

Es gibt 3 wichtige Kategorien:

  • Einnahmen, wie z. B. dein Gehalt.
  • Fixe Kosten, die regelmäßig wiederkehren, wie z. B. die Miete.
  • Variable Kosten, die stets unterschiedlich sind, wie z. B. Freizeitaktivitäten.

Beispiel: Fixkosten

Praxis-Einsatz: Haushaltsbuch auf dem Smartphone mit Financisto

Die letzte Hürde ist die Zeit: Je zeitnaher du deine Ausgaben erfasst, desto weniger kannst du vergessen. Zu diesem Zweck bin ich davon abgewichen, meine Ausgaben in einer Excel-Tabelle oder auf dem Papier zu erfassen, sondern habe mir dazu eine Android-App auf meinem Smartphone installiert, welche mich bei meinen Zielen unterstützt. Persönlich kann ich hier Financisto empfehlen, das sich sehr frei konfigurieren lässt und in der Komplexität nicht abschreckt. Die Verwaltung mehrerer Konten erlaubt zudem einen sehr guten Überblick über die Ausgaben und Einnahmen und stellt auf einfache Weise die monatlichen Budgets dar.

Financisto (orangesoftware.ru/financisto) ist einen kostenlose App für das Smartphone-Betriebssystem Android, die mittlerweile auch eine Backup-Funktion für die Dropbox ermöglicht. Damit ist sichergestellt, dass die Daten auch gespeichert sind, wenn das Smartphone einmal verloren geht.

Die Kernfunktionen von Financisto umfassen das Verwalten mehrerer Konten und Kreditkarten, die Eingabe von Ausgaben, Einnahmen und Überweisungen zwischen den Konten. Zur Auswertung steht eine Budget-Übersicht, eine monatliche Kostenzusammenfassung und zahlreiche weitere Reports zur Verfügung, die auch nach Kategorien oder Projekten gruppiert werden können. Beispielhaft habe ich einige Screenshots von meinem Sony Xperia Neo gemacht:

Links findet sich die Übersicht über meine zugeteilten Budget-Positionen, die im Wesentlichen Lebensmittel, Freizeit und Fixkosten umfassen. Zusätzlich habe ich eine weitere Kategorie Extras eingeplant, in die ungeplante Kosten fallen.

Das mittlere Bild zeigt die Kontenübersicht und den aktuellen Vermögensstand für jedes Konto und insgesamt. Rechts findet sich schließlich die klassische Liste, mit der Einnahmen, Ausgaben und Überweisungen erfasst werden.

Tipps für die Einrichtung von Financisto

Nach dem Start habe ich zunächst erst einmal mein Girokonto angelegt und die wichtigsten Kategorien erfasst. Mehr ist für den Anfang nicht erforderlich. Um die komplexität der Oberfläche zu reduzieren, lassen sich verschiedene Felder deaktivieren, was sich in den Einstellungen/ Neuer Transaktionsbildschirm konfigurieren lässt. Dort habe ich die Anzeige der Position deaktiviert, die Notizen herausgenommen und und Bild anhängen ausgeschaltet. Danach ist die Eingabemaske deutlich übersichtlicher. Neue  Kategorien können einfach hier hinzugefügt werden, falls notwendig, sodass die Liste schrittweise mit der Nutzung wächst und sich den eigenen Bedürfnissen anpasst.

Anschließend habe ich Monats-Budgets angelegt, die sich besonders auf meine drei Hauptkostenpunkte fokussieren: Fixkosten wie Miete, Strom oder Telefon, sowie Lebensmittel und Freizeit. In diese Budget-Klassen kann man dann die ausgewählten Kategorien einordnen und erhält jederzeit einen Überblick über die eigene Situation.

Pflege deines persönlichen Haushaltsbuches

Um das Haushaltsbuch zu pflegen, habe ich bereits weiter oben erklärt, dass es wichtig ist die Komplexität zu reduzieren. Nur auf diese Weise kann man sich langfristig einen Überblick verschaffen und die persönlichen Kosten im Griff behalten. Das heißt: Genauigkeit nicht übertreiben. Ausgaben sofort erfassen. Kategorien nicht zu detailliert wählen. Meistens sollten weniger als 10 Kategorien für 90 Prozent der Ausgaben ausreichen. Nur wenige seltene Ausgaben lassen sich manchmal nicht richtig einordnen und müssen in Financisto separat erfasst werden.

Zur Sicherung der Daten bietet Financisto einmal die Möglichkeit, die Ergebnisse bei Google Docs zu speichern. Alternativ kann aber auch ein Dropbox-Account angegebenwerden, auf dem die Daten dann automatisch oder manuell als Backup übertragen werden. Diese beiden Methoden sind äußerst einfach anzuwenden, sodass sich hier kein zusätzlicher Aufwand kritisieren lässt.

Haushaltsbuch Financisto (Monatsbudget)
Haushaltsbuch Financisto (Monatsbudget)
Haushaltsbuch mit Financisto (Startbildschirm)
Haushaltsbuch mit Financisto (Startbildschirm)
Haushaltsbuch Financisto (Transaktionsprotokoll)
Haushaltsbuch Financisto (Transaktionsprotokoll)

Die Auswertung des Haushaltsbuches

Zum Jahresende kannst du dir schließlich vor Augen führen, wieviel Geld du für die ganzen Kaffees um die Ecke tatsächlich ausgegeben hast. Dann könntest du dich fragen, ob dir diese Summe den Spaß tatsächlich wert war? Der größte Vorteil vom Haushaltsbuch ist, dass du bewusster leben wirst! Du siehst am Ende, wie viel Geld du tatsächlich „zum Fenster hinaus geworfen“ hast und wirst in Zukunft ganz automatisch schon vorher überlegen, ob bestimmte Ausgaben jetzt Sinn machen oder verzichten eine bessere Alternative sein könnte.

Um mir über einen längeren Zeitraum einen Überlick über alle Einnahmen und Ausgaben zu verschaffen, nutze ich die Auswertungsfunktionen von Excel oder Google Spreadsheets. Dazu habe ich ein einfaches Videotutorial erstellt, das zeigt, wie sich Pivot-Tabellen dafür nutzen lassen. Eine ausführliche Erklärung, wie die Daten aus Financisto exportiert werden, gibt es in diesem Artikel.


Sind die Fixkosten (also das, was jeden Monat vom Konto verschwindet) sehr hoch? Dann überlege dir einmal, auf welche Ausgaben du hier verzichten könntest? Ist das Internet zu teuer? Zahlst du zu viel Miete oder solltest du womöglich auf ein kleineres Auto umsteigen? Bedenke bei all den Überlegungen stets, dass du nur weniger Geld ausgeben kannst, wenn du auch an einem bestimmten Punkt Abstriche machst! Der Umzug von einer teuren Wohnung in eine günstigere kann hier schon schnell den notwendigen Spielraum verschaffen, um wieder auf einen grünen Zweig zu gelangen.

Allgemein darf die Frage, ob eine Ausgaben sinnvoll war oder nicht, niemals ein Tabu darstellen. Hier geht es ja nicht darum, dass wir uns alles verbieten wollen, was Spaß macht. Vielmehr habe ich durch diese Gewohnheit gelernt, Entscheidungen für eine Ausgabe bewusst zu treffen. Ich bin mir sicher, dass auch du bewusster leben wirst und klarer siehst, was du mit deinem Geld anstellen möchtest! Ganz automatisch wirst du dabei sparsamer und dennoch fest, dass durch das bewusste Geld ausgeben dein Leben nicht „unglücklicher“ wird. – Ganz im Gegenteil!

Viel Erfolg beim ersten Schritt zum Vermögen!

Tipp

Eine ausführliche Erklärung, wie die Daten aus Financisto exportiert werden, gibt es in diesem Artikel.