5 Nachteile von Dividenden, die du kennen solltest

Der Mythos Dividenden: 5 Nachteile, die du kennen solltest

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Dividenden sind der einfachste Weg zum wirklich passiven Einkommen. Sie haben viele Vorteile und bilden die Grundlage viele Strategien zum Vermögensaufbau. Die sieben größten Vorteile habe ich bereits in einem früheren Artikel aufgeführt. Doch wie überall — wo Licht ist, gibt es auch Schatten. Der Mythos Dividenden wird gern diskutiert, aber bist du dir bewusst, dass Dividenden auch gravierende Nachteile haben?

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1. Dividenden sind nicht garantiert

Obwohl Dividenden in vielen Medien als die „neuen Zinsen“ begrüßt werden, haben sie einen entscheidenden Nachteil: Während Zinsen vertraglich vereinbart werden, sind Dividenden eine freiwillige Leistung des Unternehmens.

Unternehmen können Dividenden jederzeit streichen.

Dividenden sind eine Gewinnbeteiligung für die Aktionäre, die natürlich nur dann ausgezahlt werden soll, wenn auch tatsächlich ein Gewinn vorliegt. Geht es dem Unternehmen nicht gut, kann die Ausschüttung gestrichen werden. Die Aktionäre gehen dann leer aus.

Zum Beispiel haben in der Krise 2008 haben viele starke Unternehmen wie General Electric oder BMW ihre Dividende deutlich reduziert. Andere Unternehmen wie BP haben ihre Dividende durch teure Katastrophen zeitweise komplett ausgesetzt.

2. Dividenden haben starken Einfluss auf die Aktienkurse

Besonders Aktienkurse von Unternehmen, die seit vielen Jahren eine Dividende ausschütten, werden von diesen wesentlich stabilisiert. Fallen aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten die Ausschüttungen weg, wird der Aktienkurs doppelt belastet. Anleger verkaufen wegen der schlechten Nachrichten und wegen der gesunkenen Dividende.

Zu berücksichtigen ist auch folgendes: Dividenden stellen keinen zusätzlichen Ertrag dar, der auf den Kursgewinn anzurechnen ist. Stattdessen reduziert die ausgeschüttete Dividende den Aktienkurs. Eine Aktie im Wert von 10 Euro, ist nach der Dividendenausschüttung von 1 EUR nur noch 9 EUR wert! Der Dividenden-Investor hat mit der Ausschüttung also keinen zusätzlichen Ertrag vereinnahmt. Stattdessen muss er die Ausschüttung sogar versteuern und erleidet einen doppelten Nachteil (siehe Punkt 4).

3. Keine Kontrolle über Dividenden

Anleger haben über die Form und Art der Dividende nur wenig Einfluss. Sie wird in der Hauptversammlung beschlossen, wo meist Großaktionäre ihre Interessen durchsetzen. Die Wahl über Sonderdividenden oder Dividenden in Form von Aktien sowie die absolute Höhe der Dividende sind damit praktisch nicht beeinflussbar.

Auch der Zeitpunkt, wann Dividenden ausgeschüttet werden oder wie häufig, wird vom Unternehmen entschieden und liegt nicht in der Hand von Kleinaktionären.

Dies ist besonders dann von Interesse, wenn steuerliche Aspekte oder Liquiditätsanforderungen hinzu kommen. Wer seine Rechnungen heute bezahlen muss, dem nützt die Dividende in 6 Monaten recht wenig.

4. Dividenden sind steuerlich stark benachteiligt

Auf Dividenden fällt in Deutschland generell die Abgeltungssteuer an. Hinzu kommt der Solidaritätszuschlag. Lediglich der Freibetrag auf Kapitalerträge reduziert die Steuerlast für kleien Aktionäre etwas. Teilweise können Aktionäre auch über die sogenannte „Günstigerprüfung“ ihre Kapitaleinkünfte nach dem persönlichen Einkommenssteuersatz versteuern, sofern dieser unter 25 Prozent liegt.

Neben den nationalen Steuern fallen bei vielen ausländischen Dividenden wie in den USA, Kanada, Niederlande, Frankreich, der Schweiz oder Italien sogenannte Quellensteuern an. Diese Steuern werden direkt vom jeweiligen Land, in dem das Unternehmen seinen Sitz hat, einbehalten. Sie unterscheiden sich in ihrer Höhe vielfältig und können bis zu 30 Prozent der Dividende betragen.

Teilweise werden die Quellensteuern zwar mit der Abgeltungssteuer verrechnet, ist sie aber höher oder wird nicht vollständig akzeptiert, geht zusätzliches Geld verloren.

Hinzu kommt, dass Dividenden-Einnahmen nicht mit Kursverlusten aus Aktien verrechnet werden können. Würde man bei einer Aktie, die 10 Euro kostet, 1 EUR Dividende erhalten, fällt auf den 1 EUR Dividende die Abgeltungssteuer an. Der Aktienkurs fällt aber anschließend auf 9 EUR. In Summe ist also eigentlich gar kein Ertrag entstanden. Denoch fehlen nun 0,25 EUR, die in Form von Steuern abgezogen wurden.

Fällt der Aktienkurs sogar zusätzlich, bleibt insgesamt sogar ein Verlust, die Dividendenerträge müssen aber trotzdem vollständig versteuert werden.

5. Dividenden reduzieren die Gewinnchancen

Wer seinen Fokus einzig auf Dividenden legt und Aktien links liegen lässt, die keine Dividenden zahlen, reduziert seine Auswahl an Anlagemöglichkeiten extrem.

Besonders bei scharfen Kriterien wie der Stabilität der Ausschüttung (z. B. niemals eine Dividendenkürzung), dem historischen Wachstum der Dividende (regelmäßig steigende Dividenden) oder Dauer der Ausschüttung (teilweise über 100 Jahre) schränkt sich das Anlageuniversum deutlich ein.

Wer diese Kriterien als Filter verwendet, verpasst Chancen wie zum Beispiel Microsoft, Apple oder Google. Auch andere starke Unternehmen wie die Gesellschaft von Warren Buffet — Berkshire Hathaway — oder Gilead Sciences zahlten in der Phase größten Wachstums keine Dividenden. Anleger verzichteten in solchen Fällen für eine Ausschüttung von 2-3 Prozent auf Kursgewinne von 20 bis 30 Prozent pro Jahr.

Fazit

Dividenden sind besonders durch ihre Einfachheit beliebt. Jeder kann sie verstehen und einfach nachvollziehen. Sie haben viele Vorteile, die ich ihnen auch nicht absprechen möchte.

Wer Dividenden dafür verwendet, wozu sie generell gedacht sind — zur Finanzierung des täglichen Lebens — kann sich damit einen stabilen, passiven Einkommensstrom aufbauen.

Warnen möchte ich an dieser Stelle aber vor den Nachteilen. Die vielen „Superkräfte“ die Dividenden zugesprochen werden, wiegen die in diesem Artikel geschilderten negativen Aspekte nicht auf.

Dividenden sorgen für keine bessere Performance des Unternehmens und sie Disziplinieren auch keine Unternehmen. Warum sollten Anleger so große Nachteile in Kauf nehmen, nur damit das Management seine Arbeit ordentlich macht?

Ich verstehe, dass Dividenden als regelmäßige „Leckerli“ für langfristige Strategien einen nützlichen psychologischen Aspekt darstellen. Auch ich erfreue mich immer daran, wenn wieder ein paar Euro auf meinem Konto gutgeschrieben werden.

Dennoch dürfen wir uns von diesem kurzfristigen positiven Erlebnis nicht die Sicht auf die objektiven Nachteile verstellen lassen. Wer diese bewusst in Kauf nimmt, kann auch mit Dividenden viel Erfolg haben. Du solltest dir aber im Klaren sein, dass du dir jede Dividende aus deiner eigenen Tasche bezahlst.