Übersicht Optionsstrategie

Zum Vermögensaufbau werden viele Strategien diskutiert. Meist soll dieses Vermögen dazu verwendet werden, um ein passives Einkommen zu erzielen, welches das aktive Arbeitseinkommen ganz oder teilweise ersetzt. Der bekannteste Weg ist neben der Vermietung von Immobilien die Investition in Dividendenaktien.

Jedoch gibt es abseits dieser Methoden noch weitere Strategien, die ein weitgehend passives Einkommen aus Vermögen gestatten. Weniger bekannt ist es, Einkommen aus Versicherungsprämien durch den Verkauf von Optionen zu generieren. Optionsprämien sind die dritte Möglichkeit, um mit Aktien ein Einkommen zu erzielen. Bekannter sind Kursgewinne und Dividenden.

Nachfolgend möchte ich eine einfache Optionsstrategie vorstellen und ihren Einsatz in der Praxis auf die Probe stellen. Sie basiert darauf, abwechselnd Put-Optionen und Call-Optionen für ausgewählte Aktien zu verkaufen.

Wichtig ist, dass es sich hier nicht um die vielbeworbenen Optionsscheine handelt. Diese haben zwar ähnliche Eigenschaften wie Optionen, unterscheiden sich aber auch in vielen Punkten deutlich. Den Unterschied zwischen Optionsscheinen und Optionen erläutert dieser Artikel ausführlicher.

Warum ich Optionen handle: Vorteil als Stillhalter

Kurze Einführung in die Optionstheorie

Optionen beziehen sich stets auf einen Basiswert wie eine bestimmte Aktie. Sie definieren das Recht, dass der Käufer diese Aktie innerhalb einer bestimmten Laufzeit zu einem vorher festgelegten Kurs kaufen kann (Call-Option) oder verkaufen kann (Put-Option). Der Verkäufer dieser Option hat entsprechend die Pflicht, ebendiese Aktie zu diesem Kurs zu Verkaufen (Verkäufer der Call-Option) bzw. zu kaufen (Verkäufer der Put-Option).

Im Gegenzug erhält der Verkäufer eine Optionsprämie, die ihm der Käufer der Option zahlt. Am leichten vergleichen lässt sich dieses Geschäft mit einer Versicherung. Der Käufer erwirbt die Versicherung und bezahlt dafür eine Gebühr und der Verkäufer versichert das Kursrisiko und erhält dafür die Prämie. Unabhängig wie das Geschäft endet, kann der Verkäufer die eingenommene Prämie behalten.

Die Optionsstrategie macht sich diese Eigenschaften zunutze. Durch den Verkauf einer Put-Option verpflichtet man sich, die Aktie zu einem bestimmten Kurs zu kaufen. Hatte man dies sowieso vor, dann kann man sich den Kauf über die Optionsprämie bezahlen lassen. Macht der Käufer von seinem Recht kein Gebrauch, kann man nach dem Verfallstermin einfach neue Optionen verkaufen. Besitzt man die Aktie, kann man so lange Call-Optionen verkaufen und dafür die Prämie einnehmen, bis der Käufer sich die Aktien ausliefern lässt. Anschließend beginnt der Zyklus von vorn.

Ausführlicher wird das Thema Optionen auch in dem Buch Optionsstrategien für die Praxis diskutiert. Es bietet einen kurzweiligen Einstieg in die Materie und ist besonders für Anfänger sehr nützlich.

Beispielhaft habe ich die Strategie in diesem Artikel anhand der Aktie von R.R. Donnelley beschrieben. Dass sich dadurch große zusätzliche Einnahmen generieren lassen, habe ich in diesem Praxis-Artikel ebenfalls aufgezeigt.

Ergebnis der Optionsstrategie

Die Ergebnisse der Optionsstrategie habe ich in nachfolgender Tabelle aufgeführt. Sie wird regelmäßig aktualisiert und beschreibt alle Einnahmen und Ausgaben, die durch den Verkauf der Call- und Put-Optionen, die Dividenden und den Kauf bzw. Verkauf der Aktienpositionen entstehen.

Hier geht es zu den Einzelergebnissen:

Grundsätzlich ist das Ziel Einnahmen aus den Optionsprämien durch den Verkauf von Optionen mit einer Laufzeit von etwa einem Monat zu erzielen. In der Tabelle werden die erwarteten Einnahmen zum Verfallsdatum der Option eingetragen. Deshalb befinden sich einige Zahlungen auch in der Zukunft. Für alle offenen Aktienpositionen wird angenommen, dass sie spätestens im Dezember 2015 zum Einkaufspreis verkauft werden können, sofern sie nicht vorher bereits im Rahmen der Call-Verkäufer ausgebucht wurden. In diesem Fall wird natürlich der tatsächliche Verkaufskurs berechnet.

Umgesetzt wird die Strategie in meinem Depot bei CapTrader, einem deutschen Reseller von Interactive Brokers. Dort können Optionen bereits ab 2 EUR und Aktien ab 2 US-Dollar gehandelt werden (mehr dazu hier).

Einige deutsche Anbieter, die den Handel mit Optionen ermöglichen, gibt es in dieser Übersicht.