Praxis-Beispiel: Wie du dein Dividenden-Einkommen verdreifachst

Das Dividenden-Einkommen mit Call-Optionen deutlich steigern

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Dividenden-Einkommen mit Optionen verdreifachen
Dividenden-Einkommen mit Optionen verdreifachen

Die Dividenden-Strategie hat sich auch in Deutschland herumgesprochen. Damit lässt sich auf leichte Weise langfristig ein passives Einkommen generieren, indem man in möglichst viele Dividenden-Aristokraten investiert. Allerdings gibt es neben der Dividenden-Strategie noch viele weitere Möglichkeiten, um ein Einkommen aus Aktien zu generieren. Da ich dies bisher nur sehr theoretisch erläutert habe, möchte ich in diesem Artikel nun einmal an einem Konkreten Beispiel beweisen, dass sich mit einfachen Schritten das passive Einkommen leicht verdreifachen lässt.

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Als Real-Beispiel habe ich mir das veröffentlichte Depot vom Blog-Kollegen Egghead angeschaut, der ebenfalls schon seit langer Zeit an seiner finanziellen Freiheit arbeitet. Dazu hat er sich bisher auf die Dividenden-Strategie konzentriert und in seinem Depot Dividenden-Aristokraten gesammelt. (Update Nov. 2016: Leider ist Egghead nicht mehr mit seinem Blog verfügbar, das Beispiel bleibt aber bestehen.)

Dividenden-Aristokraten sind starke Unternehmen, die seit vielen Jahren regelmäßig eine hohe Dividende ausschütten und kontinuierlich die Auszahlungssumme erhöhen.

Das Problem dieser Strategie ist aber, dass man drei wesentlichen Beschränkungen unterliegt: Die Auswahl der möglichen Aktien schränkt sich deutlich ein, weil nicht jedes Unternehmen diese Bedingungen erfüllt. Dividenden-Aristrokraten sind häufig recht hoch bewertet, sodass die mögliche Dividenden-Rendite vergleichsweise gering ist.

Zusätzlich hat man als Investor nur beschränkt Eingriffsmöglichkeiten, wann und ob die Dividenden tatsächlich gezahlt werden. So zahlen US-amerikanische Unternehmen häufig quartalsweise, deutsche Unternehmen dagegen nur einmal im Jahr. Selten gibt es auch monatliche Dividenden-Zahler. Hinzu kommt, dass durch das Quartalsreporting Dividenden von vielen Unternehmen meist sogar im gleichen Monat gezahlt werden, sodass in den verbleibenden Monaten das Einkommen deutlich abnimmt.

Das Dividenden-Depot kurz vorgestellt

Im Beispiel-Depot befinden sich derzeit 65 verschiedene Dividenden-Aktien im Wert von über 240.000 US-Dollar von A wie Abbott Laboratories, Aflac und Altria über B wie BP und C wie Chevron oder Coca Cola bis zu Realty Income, Royal Dutch Shell oder Windstream.

Reales Dividenden-Depot von Egghead
Reales Dividenden-Depot von Egghead

Mit diesem Depot erreicht Egghead im Monat ein passives Einkommen aus Dividenden von durchschnittlich 800 Dollar bzw. 600 Euro. Das entspricht im Durchschnitt einer Dividenden-Rendite von 3-4 Prozent.

Zusätzlich wächst der Wert des Dividenden-Depots mit der allgemeinem Börsenentwicklung, die im Durchschnitt bei 8-10 Prozent pro Jahr liegt. In diesem Umfang wachsen auch die Dividenden, sodass man annehmen kann, dass Egghead langfristig in der Lage sein sollte, sein Einkommen aus Dividenden um 8-10 Prozent pro Jahr zu steigern.

4 Wege wie man mit Aktien Geld verdienen kann

Anhand der geschilderten Grundlage erzielt Egghead ein Einkommen aus zwei Quellen: Einmal aus Dividenden, die regelmäßig von den Unternehmen auf sein Konto ausgezahlt werden. Zum Zweiten aus Kurssteigerungen, die aber für Egghead nicht so wichtig sind, weil er als Dividenden-Investor nicht vor hat, seine Aktien kurzfristig zu verkaufen.

Tatsächlich gibt es aber 4 Möglichkeiten, mit denen sich mit Aktien Geld verdienen lässt. Neben Kursgewinnen und Dividenden sind zusätzliche Einnahmen auch auf zwei weitere Wege möglich: Optionsprämien und Leihgebühren.

In diesem Artikel gehe ich nur auf Optionsprämien ein, weil für Leihgebühren noch zusätzliche Bedingungen erfüllt sein müssen.

Wie sich mit Optionsprämien das passive Einkommen verdreifachen lässt

Um das Dividenden-Einkommen zu verdreifachen gibt es einen sehr einfachen Weg: Er verkauft für seine Aktien zusätzlich Call-Optionen. Dafür erhält er eine Prämie und kann damit sein Einkommen deutlich steigern.

Die Grundlage dafür ist die Covered-Call-Strategie. Einfach gesagt, versprichst du vorab, deine Aktien zu einem bestimmten Kurs zu verkaufen und erhälst dafür eine Prämie. Erreichen die Aktien den Kurs, musst du sie heraus geben, bleiben sie unter dem Kurs, behälst du deine Aktien und die Prämie.

Die Covered Call Strategie in der Praxis

Optionen werden in Kontrakten gehandelt, welche immer 100 Optionen umfassen. Damit Egghead also ein Kontrakt mit 100 Optionen verkaufen kann, muss er mindestens 100 Aktien besitzen. Aus diesem Grund habe ich aus seinem Depot alle Aktienpositionen herausgesucht, die mindestens 100 Stück umfassen. Für alle diese Aktien sollen in Zukunft Call-Optionen mit einem Monat Laufzeit verkauft werden, sodass wir 12 mal Jahr eine Optionsprämie einnehmen können. Nachfolgend habe ich für alle Aktien eine Dividende von 4 Prozent pro Jahr angenommen (was dem tatsächlich Durchschnitt im Realdepot entspricht).

Zusätzlich werden nun die Optionen verkauft. Die Prämie hängt davon ab, wie nah der Ausübungskurs (Strike) der Option am aktuellen Aktienkurs liegt. Je näher beide zusammen liegen, desto höher wird die Optionsprämie. Je weiter der Strike entfernt ist, desto geringer wird die Prämie. Die Schwankungsstärke der Aktien ist ein weiteres Preiskriterium.

In der Praxis lassen sich für Opionen mit einer Laufzeit von einem Monat Prämieneinnahmen von bis zu 3 Prozent erzielen. Das heißt, wenn wir für 100 Aktien mit Kurs 100 Dollar jeweils Call-Optionen veräußern, können wir je Aktie bis zu 3 Dollar oder insgesamt 300 Dollar einnehmen — und das Monat für Monat.

Da wird aber im Dividenden-Depot eher konservative Werte führen, reduzieren wir auch unsere Erwartungen an die Prämien-Einnahmen. Nachfolgend gehe ich von nur 0,7 Prozent je Monat aus — das sind aufs Jahr betrachtet 8,4 Prozent an zusätzlicher Rendite, die durch die Optionsprämie gewonnen werden können.

Nehmen wir zum Beispiel Altria: Eine Aktie kostet derzeit 50 US-Dollar an der Börse. Im Jahr werden rund 4 Prozent Dividende ausgeschüttet. Egghead hat im Depot 150 Altria-Aktien. Damit kann er 150 * 2 = 300 Dollar an Dividenden im Jahr einnehmen. Zusätzlich verkauft er nun für 100 Altria-Aktien Call-Optionen mit einer Laufzeit von einem Monat. Für eine Option erhält er etwa 0,35 US-Dollar. Da wir ein Kontrakt mit 100 Optionen verkaufen sind das 35 US-Dollar. Wenn er die Optionen jeden Monat verkauft, erhält er zusätzlich 420 US-Dollar.

Wenn man dieses Beispiel auf alle Werte im Depot von Egghead anwendet, sieht das Ergebnis wie folgt aus:

Dividenden-Depot mit Zusatzeinnahmen durch Optionsverkäufe
Dividenden-Depot mit Zusatzeinnahmen durch Optionsverkäufe

In Summe kommte Egghead bisher rund 9.600 US-Dollar aus Dividenden pro Jahr generieren. Nur durch den Verkauf von Call-Optionen kann er im Jahr zusätzlich 18.400 US-Dollar an Optionsprämien einnehmen. Damit steigt sein monatliches passives Einkommen von bisher 800 Dollar oder 600 Euro auf 2300 Dollar bzw. 1.800 Euro.

Aufs Jahr betrachtet erzielt er damit eine Rendite von fast 12 Prozent, die sich nur aus Dividenden-Einnahmen und Optionsprämien zusammensetzt.

Fazit

Mit diesem Beispiel aus der Praxis wollte ich aufzeigen, dass es wichtig ist, sich nicht nur auf eine Einkommensquelle zu konzentrieren. Wer die Dividenden-Strategie verfolgt, baut sich neben seinem Arbeitseinkommen zwar ein zusätzliches passives Einkommen auf. Doch sollte man sich bewusst sein, dass Dividenden allein nur eine Möglichkeit sind um mit Aktien Geld zu verdienen.

Allein durch den Einsatz der Covered Call Strategie lässt sich das passive Einkommen leicht verdreifachen. Dennoch muss ich natürlich zugeben, dass ihre Umsetzung etwas Übung und Praxiserfahrung erfordert. Wer aber verstanden hat, welche Chancen sich daraus ergeben, wird diese Arbeit wohl gern auf sich nehmen. Als Einstieg dazu empfehle ich gern das Buch Optionsstrategien für die Praxis.

Auch möchte ich nicht verschweigen, dass für die Umsetzung der Covered-Call-Strategie nicht alle Aktienbroker geeignet sind, weil sie keinen Optionshandel unterstützen. Ich persönlich nutze deswegen CapTrader.

Wer praktische Hilfe benötigt, kann sich auch gern direkt an mich wenden. Auf dieser Website werde ich auch in Zukunft mit Artikeln den Zugang zur Welt der Optionen eröffnen. melde dich also am besten kostenlos an und empfange neue Beträge direkt per Email. Denn mit diesem Wissen rückt die finanzielle Freiheit ein großes Stückchen näher als du bisher vielleicht gedacht hast.

Update (25.05.2015): Egghead ist mit seinem Blog umgezogen und die alten Artikel sind leider nicht mehr verfügbar. Ich lasse das Beispiel mit seinem Depot dennoch einmal so stehen.