Im Optionshandel als Stillhalter stehen Sie in der Regel auf der Verkäuferseite. Je nach Strategie verkaufen Sie Optionskontrakte mit dem Ziel, regelmäßig Prämien zu vereinnahmen. Dieses Konzept erklären viele Quellen hinreichend, doch was häufig fehlt ist der angemessene Umgang mit den Positionen im Falle eines Crashes. Dabei meine ich nicht, wenn mal eine Position um ein paar Prozent fällt, sondern wenn der gesamte Markt alle offenen Positionen mitreißt.

Als Stillhalter können Sie zwei Ansätze verfolgen:

  • Cash Secured ohne den Einsatz von Margin bzw. Krediten,
  • ein Margin-basierter Handel unter Einsatz eines Kredites.

Sollten Sie zu den Investoren zählen, die Optionen ohne den Einsatz von Krediten handeln, dann spielt der Stop-Loss nur dann eine Rolle, falls Sie die Basiswerte nicht eingebucht bekommen möchten.

Sollten Sie Optionen Margin-basiert handeln, dann müssen Sie in jedem Fall einen Stop-Loss implementieren, wenn Sie nicht früher oder später ihr gesamtes Vermögen verlieren möchten.

Warum, möchten Sie wissen?

Nehmen wir als Beispiel eine Aktie als Basiswert. Ihr Wert kann im schlimmsten Fall bis auf 0 sinken oder in unbekannte Höhen steigen. Wenn Sie Margin einsetzen, ziehen Sie bei diesem Preisrahmen eine physische Grenze ein!

Nehmen wir an, Sie kaufen eine Aktie für 100 Dollar, nehmen von 50 Dollar von ihrem eigenen Geld und leihen sich die anderen 50 Dollar vom Broker, dann verwenden Sie hier einen Kredit.

Fällt die Aktie nun um 10 % von 100 Dollar auf 90 Dollar und Sie verkaufen, zahlen Sie wieder die 50 Dollar an den Broker zurück und behalten für sich selbst 40 Dollar. Ihr Verlust beträgt nun 20 %, obwohl der Aktienkurs nur 10 % gefallen ist.

Was passiert aber, wenn der Aktienkurs um 50 % von 100 Dollar auf 50 Dollar einbricht?

In einem solchen Fall meldet sich der Broker bei Ihnen und bittet Sie, entweder Geld nachzuschießen oder die Position zu schließen. Haben Sie kein weiteres Geld zum Nachschießen und verkaufen die Aktie nun, zahlen Sie die 50 Dollar an den Broker zurück und Ihr eigenes Konto ist leer.

Wäre das Ihr gesamtes Vermögen, sind Sie in so einem Moment pleite.

Wäre die Aktie komplett wertlos, weil das Unternehmen zum Beispiel insolvent ist, würden Sie gar kein Geld mehr beim Verkauf erhalten. Der Kredit von 50 Dollar von Ihrem Broker bleibt aber weiterhin bestehen. Das heißt, in diesem Fall müssen die fehlenden 50 Dollar aus Ihrer eigenen Tasche bezahlen, um Ihre Verbindlichkeiten zu begleichen.

War Ihnen diese Möglichkeit vorher nicht bewusst, dann haben Sie in diesem Moment Ihr Vermögen verspielt.

Dass dieser Fall nicht unwahrscheinlich ist, können Sie beispielhaft und anschaulich in diesem Artikel nachvollziehen:

Zum Artikel: Was Sie tun können, um einen Crash zu vermeiden.

Damit es nicht so weit kommt, benötigen Sie einen Stopp-Loss. Dieser kann ganz unterschiedlich aussehen:

Festes Kurslimit

Die einfachste Methode ist festes Kurslimit, bei dem Sie die Reißleine ziehen und die Position glattstellen. In diesem Fall stehen Sie auf der klassischen Seitenlinie und können als Beobachter keine weiteren Verluste erleiden.

Absicherungsstrategie

Sie könnten aber auch komplexer an die Angelegenheit herangehen und Absicherungsstrategien einsetzen, die mögliche Kursverluste neutralisieren.

Der Reiz besteht darin, dass Sie diese Strategien nicht für jede einzelne Position anwenden müssen, sondern auf Portfolioebene umsetzen können. Besonders bei größeren Portfolios kann dies Sinn machen, bevor Sie beginnen, zahlreiche Einzellositionen nacheinander zu schließen.

Fazit

Da im Optionshandel in den meisten Fällen mit Margin gearbeitet wird, ist es jetzt Zeit, sich über sinnvollen Schutz Ihres Accounts Gedanken zu machen.

Hier gilt die Regel, dass Sie über viele Jahre sehr gute Renditen erzielen können. Der Verlust in einem schlechten Jahr frisst diese Erträge nicht selten komplett wieder auf, wenn Sie nicht angemessen gegensteuern.

Welche Möglichkeiten sich für Optionshändler bieten, ihre Depots auf Krisenfestigkeit zu überprüfen und entsprechende Schutzmaßnahmen zu ergreifen, erklärt der nächste Artikel.

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2 KOMMENTARE

  1. Als ich das Kapitel Absicherungsstrategien gelesen habe wusste ich, der Martin kann einem doch was Gescheites beibringen (Spass).
    Mal eine andere Frage: Handelst du die Oprionen über Captrader oder bist du inzwischen zu IB gewechselt , weil, die Konstrukte die Martin da einem vorstellt sind be Cap ja kaum zu realisieren ?

    • Ich finde die Strategien von Martin eigentlich zu komplex für den praktischen Einsatz. Das Problem entsteht dann im Management der Positionen. Hier kann man sich leicht verzetteln, wenn man kein eindeutiges System zugrunde liegen hat!

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