Auswertung Optionsstrategie
Auswertung Optionsstrategie

Mit dem Verfall am 17. April wird es Zeit das Ergebnis des letzten Monats auszuwerten. Obwohl nur April-Kontrakte für die Deutsche Post und AT & T verkauft wurden, beliefen sich die Einnahmen aus Optionsprämien auf rund 168 US-Dollar. Gleichzeitig wanderte AT & T zum Kurs von 33 US-Dollar ins Depot. Ich konnte die Aktien damit zum gleichen Kurs zurück kaufen, zu dem ich sie letzten Monat herausgeben musste. Der einzige Unterschied sind 150 US-Dollar Prämieneinnahmen.

Nachdem wir uns nun schon im vierten Monat der Optionsstrategie befinden, habe ich eine eigene Seite zur besseren Übersichtlichkeit vorbereitet. Dort werden sowohl die Ergebnisse aller Monate als auch der Blick aufs Gesamtdepot zusammengefasst. Ebenso habe ich an dieser Stelle nochmals die Grundlagen der Optionsstrategie beschrieben. Schaut euch die Übersicht zur Optionsstrategie also ruhig einmal an.

Optionsstrategie Tabelle zum Verfall im April 2015
Optionsstrategie Tabelle zum Verfall im April 2015

Einzelwertbetrachtung: AT & T

Der zweite Basiswert ist AT & T. Die Aktie des Telekommunikationsanbieter hinkt derzeit der allgemeinen Marktentwicklung recht deutlich hinterher. Dennoch glänzt das Unternehmen mit einer hohen Dividendenrendite von fast 5,7 Prozent, die den Kurs nach unten weitgehend absichern sollte.

Ich versuche daher, durch den Verkauf von Put-Optionen mit Strikes nahe beim Aktienkurs vom Seitwärtstrend zu profitieren.

Bisher ging die Strategie ausgesprochen gut auf. Obwohl die Aktien im Januar erstmals zu 35 US-Dollar eingebucht wurden und der Kurs seitdem um 9 Prozent gefallen ist, ist das Gesamtergebnis positiv.

Zur Erklärung der Tabelle sind in den Zeilen die einzelnen Finanzinstrumente aufgeführt. Diese umfassen Calls für die verkauften Call-Optionen, Puts für die verkauften Put-Optionen und Stocks für die Aktien.

Die Aufteilung in Open und Closed ist notwendig, um abgeschlossene Geschäft von den laufenden Geschäften zu unterscheiden. Nur bei den abgeschlossenen (closed) Trades steht das Ergebnis endgültig fest, während die offenen Trades erst in der Zukunft verfallen werden. Das Ergebnis hängt hier vom Kurs der Aktie zum Verfallstag ab.

Optionsstrategie AT&T vom April 2015
Optionsstrategie AT&T vom April 2015

Erkennbar ist, dass im November eine Put-Option verfallen ist, die Prämieneinnahmen von 125 US-Dollar gebracht hat.

Anschließend wurden erneut Puts für 92 US-Dollar verkauft, die im Januar mit dem Kauf der Aktien zum Preis von 3.500 US-Dollar abgeschlossen wurden.

Darauf hin habe ich zunächst für Februar und anschließend für den März Call-Optionen verkauft, die im Summe weitere 100 US-Dollar eingespielt haben.

Im März wurde AT & T schließlich zu 3.300 US-Dollar mit der Ausübung der Call-Option verkauft. Dadurch entstand zwar ein Kursverlust von 200 US-Dollar, der aber durch die Optionsprämien von insgesamt 317 US-Dollar mehr als aufgewogen wurde.

Für den April wurden wieder Put-Optionen für 92 US-Dollar verkauft, die letztendlich wieder zum Kauf der Aktie für 3.300 US-Dollar geführt haben.

Für die folgenden Monate bleiben noch offene Positionen, die einmal aus dem Verkauf der gehaltenen Aktien bestehen (derzeit pauschal für Dezember zum Einkaufspreis angenommen).

Die zweite offene Position ist ein langlaufender Put, der im Januar 2016 verfallen wird, sofern AT & T nicht unter 30 US-Dollar notiert. Dafür habe ich weitere 160 US-Dollar eingenommen. Sollte AT & T unter 30 US-Dollar fallen, werde ich die Aktien dankend entgegen nehmen und mich über eine dann zu erwartende Dividenden-Rendite von 6,2 Prozent freuen.

Bereits heute sind durch die aufgelaufenen Prämien von 368 US-Dollar die Kursverluste bis 30 US-Dollar abgesichert. Erst danach werde ich effektiv in die Verlustzone rutschen.

Einzelwertbetrachtung: Deutsche Post

Verkauft wurde zudem einmal ein Optionskontrakt (bestehend aus 100 Optionen) für die Deutsche Post zum Strike von 29 EUR. Nachdem der Wert die letzten Wochen weiter zugelegt hat, konnten die 70 Euro Optionsprämie hier recht entspannt eingenommen werden.

Zur besseren Übersicht ist auch der Verlauf der Strategie mit der Deutschen Post in folgender Tabelle zusammengefasst.

Optionsstrategie Deutsche Post vom April 2015
Optionsstrategie Deutsche Post vom April 2015

Klar erkennbar sind die Einnahmen der Put-Optionen der letzten 3 Monate. In Summe wurden bisher 187 Euro verdient, wobei nur im März ein geringer Verlust verzeichnet werden musste.

Ausblick für Mai und Fazit

Beim Blick in die Übersicht der Optionsstrategie fällt auf, dass im Mai bereits 284 US-Dollar an offenen Prämien eingetragen sind. Da mir die Optionsprämien für den April bei vielen Aktien zu niedrig waren, hatte ich mich entschieden direkt Optionen für den Folgemonat zu verkaufen.

Dies hat zwei Vorteile: Erstens ist die zu erwartende Prämie durch die längere Laufzeit höher. Zweitens kann ich dadurch die Strikes für die gehaltenen Aktien etwas höher ansetzen, weil ich für diese Werte ein Erholung erwarte.

Gleichzeitig gibt es aber auch einen Nachteil: Durch die längere Laufzeit hat der Kurs auch mehr Zeit „davon zu laufen“. So habe ich zum Beispiel letzten Monat BP im Depot zum Kurs von 41 US-Dollar eingebucht bekommen, nachdem die Aktie wieder stark auf 38 USD gefallen war. Ich hatte mich entschieden für einen Monat längere Laufzeit die Calls zum Einstandskurs zu verkaufen, doch es stellt sich heraus, dass BP schon heute deutlich über dem Strike notiert. Ich habe nun einen ganzen Monat, bei dem das Kurspotential nach oben weitgehend ausgeschöpft ist.

Optionsstrategie: Depotübersicht April 17, 2015
Optionsstrategie: Depotübersicht April 17, 2015

Insgesamt erwarte ich die Ausbuchung von BP für 4.100 USD und der HSBC für 4.500 USD, was in der Tabelle durch Aktieneinnahmen von 8.600 US-Dollar zu erkennen ist.

Offen sind weiterhin R.R. Donnelley (Verfall im Mai 2015), AT & T (Verfall im Januar 2016) sowie RWE (Verfall im Juni 2015).

Optionsstrategie: Positionsübersicht April 17, 2015
Optionsstrategie: Positionsübersicht April 17, 2015

Derzeit summieren sich die Prämien für das Jahr 2015 auf 1.118 US-Dollar und zusätzlich 93 US-Dollar aus Dividenden. Dem stehen derzeit etwa 300 US-Dollar an Kursverlusten gegenüber. Dies Entspricht zum Stichtag einem Buchgewinn von 1.215 US-Dollar oder einer Performance von 12,15 Prozent.

Alle Monatsergebnisse und der aktuelle Stand sind auch in der Übersicht zur Optionsstrategie zusammengefasst.

5 KOMMENTARE

  1. Das läuft doch gut an und ich denke solange man nicht zu hoch pokert und immer Cash am Seitenrand parkt kann auch eine kleine Korrektur wie letzte Woche nicht viel kaputt machen. Zumindest nicht mehr als wenn man die Aktien gekauft hätte. Alleine es ist doch ein ganz schön großer Aufwand ständig zu justieren und durchzurechnen, ob es sich nicht lohnt eine Aktie, die eingebucht wurde, zu verkaufen oder noch z.B. Divdenden mitzunehmen. Also ganz das Gegenteil von Buy-and-Hold. Aber dafür lässt sich die Rendite wirklich sehen.

    Viel Erfolg noch
    Thomas

    • Hi Thomas, es ist schon etwas Aufwand, aber selbst bei Buy-and-Hold schau ich ja täglich nach den Kursen. Mir macht das also nichts aus. Vorerst ist das Ziel ja möglichst schnell das Kapital zu vermehren. Bequem darf es dann ruhig später werden, wenn genug Geld da ist.

  2. Hallo Rico,
    vielen Dank für deine detaillierten Artikel. Das Thema ist ja sehr spannend aber nicht ganz ohne.
    Bevor ich mich da mit echtem Geld ranwage würde ich gerne ein bisschen Erfahrungen sammeln. Ist dir eine Möglichkeit bekannt, Optionen in einem Musterdepot zu verwalten?
    Und welche Software benutzt du für deine Tabellen?

    Viele Grüße,
    René

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