Gilead Sciences – Hoffnung auf den Hepatitis-C-Durchbruch

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Gilead Sciences Sofosbuvir Chemie

Seit 2006 habe ich das Biotech-Unternehmen Gilead Sciences in meinem Depot und derzeit eine Rendite von 300 Prozent erzielt. Allein in den letzten 12 Monaten hat sich der Kurs fast verdoppelt. An der Börse ist Gilead Sciences mit einem KGV von über 30 sehr ambitioniert bewertet. Das letzte Quartalsergebnis bezeugte zwar mit einem Umsatzwachstum, hätte allein die aktuelle Kursentwicklung kaum erklären können. Die wahre Hoffnung vieler Anleger liegt hingegen auf den Chancen für neue Hepatitis-C-Medikamente. Der Markt wird auf einem Umsatz von bis zu 15 Milliarden US-Dollar geschätzt und Gilead ist einer der Hoffnungsträger.

Laut Wikipedia zeichnet sich Hepatitis C (HPC) durch einen stark chronischen Krankheitsverlauf aus, der mittelfristig viele weitere Organe — insbesondere der Leber — zum Opfer fallen. Bisher war eine Behandlung nur durch sehr eingeschränkt möglich. Impfungen gegen den Virus gab es bisher nicht.

Das Handelsblatt hat nun die Knackpunkte und die Hintergründe der Forschung noch einmal aufgegriffen.

Mehrere Hersteller forschen seit langer Zeit an einer Behandlung der Virus-Infektion. In den nächsten drei Jahren sollen mehrere neue Wirkstoffe die Medizin revolutionieren. Ihr Vorteil ist, dass die Behandlungszeit sich von bisher 12 Monaten deutlich verkürzt und die Nebenwirkungen viel schwächer ausfallen. Zusätzlich steigen auch die Chancen auf Heilung — eine Win-Win-Win-Situation.

Gilead Sciences hat nun für den europäischen Markt eine offizielle Empfehlung der European Medicine Agency für den Wirkstoff Sovaldi erhalten. Am 8. Dezember stehen zudem die Ergebnisse der Federal Drugs Administration (FDA) in den USA über die Zulassung des Medikamentes Sofosbuvir. Bisher sind die Aussagen sehr positiv, sodass die Hoffnung auf ein gutes Ergebnis begründet sind.

Wirtschaftlich könnten die besseren Medikamente das Marktvolumen von bisher rund 4 Mrd US-Dollar auf 15-20 Milliarden US-Dollar verfünffachen. Neben Krebs, Rheuma und Diabetes könnte sich HPC damit zu einem wichtigen Markt entwickeln.

Basis für die Schätzung sind die hohen Behandlungskosten von bis zu 50.000 US-Dollar. Allein in Deutschland könnten 500.000 Betroffene behandelt werden. Für Gilead errechnet sich derzeit in Umsatzvolumen von rund 10 Milliarden US-Dollar bis 2018. Allein damit könnte sich der Umsatz des Unternehmens also verdoppeln.

Gilead Sciences Aktienkursentwicklung 12 Monate
Quelle: Onvista

Positiv wirkte sich auch die Empfehlung für Tivicay zur Behandlung von HIV-Infektionen auf den britischen Pharamakonzern GlaxoSmithKline aus.

Damit endet die Woche mit bisher guten Nachrichten und einer guten Kursentwicklung in der Pharma- und Biotechnologie-Branche. Zugleich steigt natürlich das Risiko von Rückschlägen, da insbesondere Gilead Sciences derzeit sehr ambitioniert bewertet ist. Sollten sich die Hoffnungen in den kommenden Monaten nicht erfüllen, könnte hier schnell ein entsprechender Kurssturz die Folge sein.

Mich persönlich beeinflusst die Kursentwicklung jedoch nur teilweise. Nachdem Gilead den Kurs bereits vor zwei Jahren verdoppeln konnte, habe ich meinen Einsatz aus dem Spiel genommen und erfreue mich seitdem praktisch einer unendlichen Rendite. Dadurch wird es mir möglich, weiterhin an den Chancen teilzuhaben, ohne mein Risiko für mein investiertes Kapital wesentlich zu erhöhen. Man darf also gespannt sein, wie sich die kommenden Jahre entwickeln werden.

Ich selbst hätte mir, als ich Gilead Sciences gekauft hatte, niemals eine solche Kursentwicklung vorstellen können. Umso mehr hoffe ich, dass sich die Blase bald mit substanziellen Fakten und weiteren positiven Behandlungsergebnissen füllt.

Quelle Titelbild: Gilead Sciences

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