In kleinen Schritten zum Vermögen

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Wenn man jeden Monat 10 Prozent von seinem Einkommen spart, wie viel Geld hat man nach 10 Monaten gespart? Ein gesamtes Monatsgehalt! Wer das über 10 Jahre schafft, kann sich also bequem das Gehalt eines Jahres ersparen. Wer das Ersparte dann zusätzlich investiert, kann sein Erspartes weiter steigern.

Bei einer Verzinsung von 5 Prozent ließe sich also in einem Jahr (12 x 10 Prozent des Einkommens) noch einmal eine halbe Sparrate zusätzlich verdienen. Im Ergebnis haben wir im ersten Jahr also schon ein 1,2 Monatsgehälter gespart und erhalten 0,6 Monatsgehälter obendrauf! Gerundet haben wir also pro Jahr 1,25 Monatsgehälter als Sparleistung!

Wieviel Geld benötigen wir nun, um von unserem Ersparten leben zu können? Wenn wir 12 Monatseinkommen pro Jahr benötigen und einen Zins von 5 Prozent annehmen, benötigen wir 240 Monatsgehälter auf dem Konto. Das heißt wir müssen 240 Gehälter / 1,25 ersparte Monatsgehälter = 192 Jahre sparen!?

NEIN, müssen wir nicht, denn der Zinseszins spielt eine wichtige Rolle: Macht der Zins im ersten Jahr gerade einmal den Zuschlag von einer halben Monatssparrate aus, erhöht sich dieser Zuschlag nach 2 Jahren bereits auf eine vollständige Sparrate! 1,25 Gehälter aus dem ersten Jahr + 1,2 Gehälter aus dem zweiten Jahr sind 2,45 Gehälter, die wieder mit 5 Prozent verzinst werden = 0,12 Monatsgehälter! Im dritten Jahr haben wir bereits 2,45 + 0,12 Zinsen + 1,2 Sparrate für das dritte Jahr = 3,77 Monatsgehälter! Darauf erhalten wir bereits einen Zins von 0,18 Monatsgehältern oder von fast zwei ganzen Sparraten!

Was lernen wir daraus?

Nach nur 3 Jahren können wir bereits 2 zusätzliche Sparraten durch Zinsen erwarten. Nach 5 Jahren haben wir dann schon 0,33 Monatsgehälter als zusätzliche Sparrate und nach 10 Jahren haben wir 15,06 Monatseinkommen gespart. Darauf erhalten wir 0,75 Monatseinkommen obendrauf! Was stellen wir fest? Die Zinsen machen im Vergleich zum einfachen Sparen von 1,2 Monatsgehältern pro Jahr (sind 12 Monatsgehälter in 10 Jahren) schon fast 4 Monatseinkommen aus!

Wenn wir an dieser Stelle aufhören mit sparen, erhalten wir bereits jedes Jahr 0,8 Monatsgehälter extra, ohne dass wir etwas dafür tun müssen! Nach 15 Jahren haben wir fast 26 Monatsgehälter gespart und erhalten 1,3 Monatsgehälter als Zinsen. Nach 20 Jahren sind es bereits 40 Monatsgehälter + 2 Monatsgehälter als Zinsen.

Was stellen wir fest? Nach 5 Jahren haben wir 0,33 Monatseinkommen als Zins, nach 10 Jahren bereits 0,75 Monatseinkommen, nach 15 Jahren bereits 1,3 Monatseinkommen und nach 20 Jahren schon 2 Monatsgehälter.

Gefüllt mit realen Zahlen erhalten wir bei einem Netto-Einkommen von 2.000 Euro im Monat nach 20 Jahren 4.000 extra als Zinsen (2 x 2.000 Euro) und haben bereits 80.000 Euro gespart (40 x 2.000 Euro). Würden wir die Sparleistung auf 20 Prozent erhöhen, also jeden Monat ein Fünftel des Einkommens zur Seite legen, hätten bereits 4 Monatseinkomen als Zinsen und 160.000 Euro gespart.

Hinzu kommt, dass wir ja real nur von 0,9 Monatseinkommen gelebt haben, da wir ja 10 Prozent immer sparten. Dadurch ist das Sparergebnis real noch deutlich höher und entspricht eher 2,2 Monatseinkommen als Zins.

Was passiert also, wenn wir 25 Jahre lang jeden Monat 10 Prozent sparen? Wir erhalten 55 Monatsgehehälter auf der hohen Kante und 2,75 Monatsgehälter als Zins, die sich real eher wie 3 Monatseinkommen anfühlen.

Was bedeutet das alles?

1. Es ist durchaus möglich, durch Sparen und die entsprechende Ausdauer ein ordentliches Vermögen in Relation zu seinem Einkommen aufzubauen.

2. Wer viel von seinem Einkommen spart, baut schneller Vermögen auf. Häufig vergessen wurde an dieser Stelle allerdings, dass sich diese Sparanstrengung in zwei Richtungen auswirken: Einmal können wir mehr Geld zurücklegen – doch gleich zum Zweiten sinkt unser benötigtes Einkommen, weil wir lernen mit weniger Kapital auszukommen ohne verzichten zu müssen.

3. Um „reich“ zu werden, müssen wir nicht unbedingt viel verdienen – sondern zunächst einmal viel sparen! Denn „reich“ definiert sich nicht nur an äußeren Größen sondern vor allem daran, wieviel man selbst verdient. Wer sein Leben lang mit 1.000 Euro Netto leben konnte, braucht nicht auf ein Monatseinkommen von 5.000 Euro zu sparen. Weiterhin sind die Zinsen hier natürlich nur theoretisch – wer am Aktienmarkt investiert, kann mit der doppelten Zinsrate rechnen. Wer auf dem Sparbuch sein Geld zurücklegt, wird eher mit weniger rechnen müssen. Entsprechend fallen dann natürlich auch die Sparergebnisse aus.

4. Wer eher anfängt, ist eher am Ziel. Gerade in jungen Jahren lässt sich relativ schnell viel Einkommen zurücklegen. Später mit Familie und Kindern wird es immer schwerer.

Sparen als erster Schritt zum Vermögen

Letztendlich bildet Sparen die erste Etappe zur Finanziellen Freiheit. Denn Sparen trainiert, mit seinem Einkommen verantungsvoll umzugehen und weniger Geld auszugeben, als eingenommen wird. Diese Eigenschaften bilden die Grundlage, die sich bei steigendem Einkommen positiv auf das gebildete Vermögen auswirkt. Denn wer es gewohnt ist, nicht sein ganzes Einkommen zu verkonsumieren, der wird auch bei steigendem Einkommen eher bereit sein, einen zusätzlichen Anteil zu sparen.

4 KOMMENTARE

  1. Hallo Rico,
    dein Post erinnert mich an ein Gedankenspiel, das ich heute selber geblogt habe (http://meineaktien.blogspot.com). Ich rechne dabei allerdings nicht mit Zinsen, sondern male mir aus, wieviel Geld man mit Dividenden erreichen könnte. Wobei ich der Meinung bin, dass eine Mischung aus Zinspapieren und dividenden-starken Aktien vielleicht am ehesten zum Ziel führen kann. Denn leider sind die Zinsen ja heutzutage sehr niedrig…

    LG Peter

  2. Hallo Peter, in der Tat habe ich auch eher an Dividenden als an Zinsen gedacht. Allerdings ist der Begriff zunächst erst einmal Eingängiger für die Logik dahinter. Wichtig ist, dass regelmäßige Rückflüsse (Cashflow) zu erwarten sind.

  3. Finde ich interessant dass es noch tüchtige Sparer gibt. Wenn man bedenkt dass wir uns in den letzen Jahren in einer Hyper-Inflation befinden.

    Der Spargedanke hat sicherlich seine Berechtigung. Aber wenn Du das Geld bei der Bank lässt, für wenig Zinsen mit einer hohen Inflation…. dann verlierst Du auch jedes Jahr an Kaufkraft. Es wird einfach immer weniger Wert.

    So magst Du in 10 Jahren Geld gespart haben. Aber wieviel Kaufkraft hat es dann noch ?

    Und nicht zu vergessen.. während Dein Geld für wenig Zinsen bei der Bank ist, leiht die Bank es mit satten Zinsen an Schuldnern, oder investiert weiter in die Assekuranzen, oder in Immobilien.

    Ich werde noch mehr darüber berichten.. einen Artikel dazu gibt es bereits:

    http://www.rieder-enterprises.com/passives-einkommen/

    also dann, viel Spass beim Sparen !

    • Ja du hast recht, auf dem Sparbuch ist das Geld nicht gut aufgehoben. Ich investiere es allerdings (siehe mein Aktiendepot). Deshalb macht mir die Inflation wenig Angst 🙂

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