Was Banken unter finanzieller Freiheit verstehen

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Wer nach finanzieller Freiheit strebt, muss viele Hürden überwinden. Banken versprechen ihren Kunden gern bei ihren Zielen unter die Arme zu greifen. Doch hilft ihr Rat tatsächlich weiter, um die eigenen Ziele zu erreichen? Zum Beispiel werben Banken gern mit finanzieller Freiheit, aber manchmal ist es besser, sich vorher zu fragen, ob sie die gleiche Freiheit meinen wie wir. Beispielhaft werde ich die Aussagen einer Bekannten spanischen Bank genauer untersuchen.

Nachfolgend möchte ich einige Lockrufe der Santander Consumer Bank vorstellen, mit denen das spanische Geldhaus regelmäßig den Kunden mehr finanzielle Freiheit verspricht. Da ich selbst die Santander Sunny Card nutze, bekomme ich die Werbepost immer direkt ins Haus und kann deshalb aus erster Hand berichten.

Jetzt finanzielle Freiheit sichern

Das Ziel der Werbung ist es stets, die finanzielle Freiheit zu versprechen. Dabei wird direkt auf das attraktivste Merkmal gezielt: Jederzeit genug Geld zur Verfügung zu haben, sodass man sich keine Sorgen mehr machen muss. Die folgenden Beispiele aus den Werbebriefen mögen das anschaulich verdeutlichen:

  • „Verleihen Sie Ihrem Girokonto auch in tristen Monaten einen neuen Glanz.“
  • „Nutzen Sie Ihren finanziellen Freiraum.“
  • „Die Karte für alles, was zählt: Ihre Wünsche.“
  • „Schaffen Sie sich durch den Überweisungsservice finanzielle Freiheit.“
  • „Egal wo sie überwintern möchten. Sichern Sie sich durch den Cash Call zusätzliches Geld für die Urlaubskasse.“
  • „Zeigen Sie hohen Rechnungen die kalte Schulter.“
  • „Dank der praktischen Teilzahlungsfunktion zahlen Sie den Cash-Call-Betrag ganz einfach in bequemen Raten.“

Doch ist man tatsächlich finanziell frei, wenn man im Glauben an diese Versprechen die Kreditkarte zückt? Gern machen diese Lockrufe vergessen, dass nach dem Abruf des Kredites auch noch die Rückzahlung folgt. Spätestens dann dürfte für die meisten die finanzielle Freiheit ganz schnell wieder ihr jähes Ende finden.

Was heißt finanzielle Freiheit?

Tatsächlich besteht finanzielle Freiheit aus drei wesentlichen Faktoren: Stets genügend liquide Mittel zur Verfügung zu haben ist einer davon. Der zweite Faktor ist aber, dass der Abruf der Mittel nicht die zukünftigen Einnahmen in Gefahr bringen darf. Der dritte Faktor ist, dass netto das Vermögen immer deutlich größer als die Schulden sein müssen. Denn nur dann lassen sich im Zweifel alle Schulden tilgen, ohne dass der Lebensstandard in Zukunft eingeschränkt wird.

Teilweise wird diese Freiheit auch über den Kapitalfluss (Cash flow) bestimmt. Das heißt, die Einnahmen müssen stets die Ausgaben decken. Wenn die Einnahmen sogar aus passiven Quellen erfolgen, dann ist man finanziell frei und damit unabhängig von Erwerbsarbeit. Der bekannteste Vertreter dieser Interpretation ist Robert Kiyosaki. Er definiert Vermögen darüber, ob es Geld in die Kasse spült, oder ob es Geld aus der Kasse abzieht. Wenn du noch weitere Faktoren kennst, die finanzielle Freiheit beschreiben, dann hinterlasse mir doch unter dem Artikel einen Kommentar.

Fazit

Wer finanzielle Freiheit erreichen möchte, verfolgt ein Ziel, das nicht leicht zu erreichen ist. Stattdessen kann man sich von Anfang an auf viele Hürden einstellen. Gerade eine Bank wird am wenigsten zum Erreichen dieses Ziels beitragen. Sie leben davon, dass der Kunde möglichst unmündig ist, viel Beratung benötigt und finanziell möglichst abhängig vom Kreditinstitut ist. Diese Punkte stehen finanzieller Freiheit jedoch grundsätzlich entgegen.

Finanzielle Freiheit hängt also vom Blick des Betrachters ab. Jederzeit einen Kredit in Anspruch nehmen zu können, lässt sich als finanzielle Flexibilität bewerten, trägt aber nicht zu finanzieller Freiheit bei.

Demnächst werde ich erklären, wie ich Konsumkredite und Kreditkarten mit Teilzahlungsfunktion verwende, um meinem Ziel der finanziellen Freiheit näher zu kommen. Dazu nutze ich vor allem den Blick auf den eigenen Cash flow. Damit du über neue Beiträge automatisch informiert wirst, trage dich am besten links in meine Email-Liste ein. Oder hinterlasse einen Kommentar und aktiviere das Häkchen für „automatisch über neue Beiträge informieren“.

5 KOMMENTARE

  1. Die Werbetricks sind allenthalben auf die Bedürfnisse der Kunden ausgerichtet.Die sind durch Manipulation und gesellschaftlichen Druck auf das Konsumieren orientiert.Da wollen die Banken natürlich ihr Schärflein abbekommen.
    Die wollen Kohle machen.Die wollen in der derzeitigen Niedrigzinsphase die Kunden mit Kreditkartenzinsen von ca 12% betrügen.Dann jubeln sie den Kunden die amerikanischen Kartenverträge unter.Dabei wird der Kredit so gestreckt,dass du ewig in der Kreditklemme bleibst.Die Bequemlichkeit der Kunden wird da voll ausgenutzt,denn an eine Sondertilgung des Kreditkartenkontos denkt natürlich keiner.Das ist ja nur die Kreditkarte und die kann man ja zur bequemen Geldbereitstellung nutzen. – So die Werbung!
    Leider ist das Volk zu uninformiert,um die Tricks alle durchschauen zu können.
    Der Malachit.

  2. Die Unwissenheit und Naivität der Menschen wird von den Banken knallhart ausgenützt, dass ist klar. Schließlich ist jeder auf seinen eigenen Vorteil bedacht, und nimmt damit auch in Kauf, das ein anderer damit einen Nachteil hat. Meiner Meinung nach ist aber jeder selbst für seine finanzielle Sicherheit zuständig. Jeder, der eine Kreditkarte bzw. einen Kredit bekommt ist zumindest volljährig und mündig. Somit ist der Kreditkartennehmer selber für seine Ausgaben verantwortlich und muss dementsprechend richtig kalkulieren und sich Sicherheiten zurücklegen. Vor finanziellen Fehltritten ist niemand geschützt, so läuft nun mal die freie Marktwirtschaft.

    • Ja, dieses Verständnis ist leider abhanden gekommen, dass jeder immer noch selbst für sein Handeln und dessen Folgen verantwortlich ist.

  3. Na da warte mal ab, bis du die finanzielle Freiheit erreicht hast. Dann gehts lustig weiter…

    Eigenes Beispiel:
    20 Jahre lang gutes Geld verdient, nicht viel ausgegeben. Dazu noch zweimal von Großkonzernen mit Abfindung rauswerfen lassen. Beim letzten mal dann endgültig Feierabend gemacht 🙂
    Dadurch diverse Immobilien weitgehend abbezahlt (man braucht ja auch ein paar Schulden zum Absetzen), ein nettes Aktienportfolio, eine kleine Yacht in Spanien. Netto-Gesamtvermögen deutlich 7stellig

    So, und nu versuch mal in der Situation eine neue Kreditkarte zu beantragen. Oder für eine neue Immobilie einen Teilkredit zu erlangen.
    Da kommen ganz interessante Fragen von der Bank: Wie, sie arbeiten nicht? Sind sie arbeitslos? Und schon so lange?
    Da kommt die Hausbank sogar auf die Idee, genaue Finanzinformationen anzufordern. Um das Ausfallrisiko bestehender Immobilienkredite zu prüfen und diese evtl. zu kündigen.

    OK, letzteres hat mich dann gefreut, so bin ich für lau aus alten, teuren Finanzierungen rausgekommen. Trotzdem eine Frechheit, was diese Bankschnösel sich leisten.

    • Das habe ich schon oft gehört, dass Leute ohne Job es schwer haben, Kredite zu bekommen. Das erinnert mich immer an die Defintion einer Bank: Sie verteilen Regenschirme, wenn die Sonne scheint und sammeln sie bei Regen wieder ein.

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