Im Januar habe ich einen Short Strangle in Öl eröffnet, den ich letzte Woche mit der Einnahme der vollständigen Prämie erfolgreich geschlossen habe. Damit ergibt sich ein gesamtertrag von 700 US-Dollar, was 100 % der geplanten Prämien entspricht. Während der Laufzeit ist Öl um fast 20 % von 55 US-Dollar auf 45 US-Dollar gefallen.
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„Glückstreffer!“ magst du jetzt denken. Es hätte ja jeder auf fallende Ölpreise wetten können. Doch der Vorteil des Strangle ist, dass Öl auch hätte steigen können. Trotzdem würde ich den Zielertrag einnehmen — denn mein Ertragsbereich lag zwischen 75 US-Dollar und 37 US-Dollar.
Der zulässige Schwankungsbereich betrug also insgesamt 38 Dollar! Oder anders formuliert: Öl hätte über 36 % steigen oder 37 % fallen müssen.
Positionsmanagement und Adjustierungen
Ziel war es, die Prämie von 710 US-Dollar als Ertrag zu realisieren, die bei Eröffnung des Strangles im Januar eingenommen wurden. Dabei sollte die Position möglichst neutral bleiben, sodass ich so unabhängig wie möglich von Kursveränderungen im Öl bleiben konnte.
In diesem Artikel habe ich den ersten Zwischenstand zum Trade vorgestellt.
Nachfolgende habe ich die Positionen von Beginn inklusiver aller Anpassungen im Chartverlauf von Öl dargestellt.

Gut sichtbar ist, dass die ersten sechs Monate überhaupt kein Handlungsbedarf bestand. — Obwohl Öl in diesem Zeitraum von 55 bis auf 45 Dollar gefallen war.
Erst im Juni entschloss ich mich, die 75er Call-Option, die ich im Januar für 270 Dollar verkauft hatte, für 10 Dollar zurückzukaufen. Dadurch konnte ich den ersten Ertrag realisieren.
Gleichzeitig verkaufte ich eine neue Call-Option bei 60 Dollar und nahm dort weitere 124 Dollar Prämie ein. Auch diesen Call konnte ich letzte Woche für wenige Dollar zurückkaufen und fast die gesamte Prämie als Gewinn realisieren.
Da der Kurs immer Näher an den Strike des verkauften Put bei 37 Dollar heranlief, verkaufte ich ein drittes Mal eine Call-Option für 127 Dollar. Doch seitdem stabilisierte sich der Kurs etwas. Dadurch war es schließlich möglich den verkauften Put für weniger als 100 Dollar zurückzukaufen. Gleichzeitig schloss ich den 55er Call mit minimalem Verlust.
Nachfolgend sind alle vier noch einmal tabellarisch aufgeführt. So kannst du alle Transaktionen genau nachvollziehen.

Rückblick und Analyse
Zurückblickend stelle ich mir immer die Frage, ob alles gut gelaufen ist. Was hätte ich besser machen können? Wo lagen mögliche Risiken, die ich in Zukunft stärker berücksichtigen muss?
Insgesamt hat der Trade rund 100 Dollar im Monat an Ertrag generiert. Bei einer Margin von rund 2.000 Dollar sind das knapp 5 Prozent pro Monat oder 60 % pro Jahr.
Natürlich funktioniert diese Rechnung so aber nur, wenn man das gesamte Kapital für diesen Trade aufwenden würde.
Tatsächlich muss bei dieser Strategie ein zwischenzeitlicher Buchverlust von 500 bis 1.000 US-Dollar einkalkuliert werden. Das sind mehr als 100 Prozent des möglichen Gewinnes!
Wie beim Kauf von Aktien, die zwischenzeitlich schwanken, lassen sich diese Buchverluste niemals ganz vermeiden.
Ich frage mich allerdings, ob es sinnvoll ist, wirklich die vollständige Prämie einnehmen zu wollen. Im Chart wird schließlich deutlich, dass die ersten sechs Monate gar nichts zu tun war. Danach musste ich gleich zwei Anpassungen vornehmen.
Gleichzeitig war die Position zwischenzeitlich schon fast 50 % im Gewinn und hätte schon im April mit 350 Dollar Ertrag geschlossen werden können, als der Kurs sich erstmals von 48 Dollar wieder auf 55 Dollar erholte.
Andererseits war der gesamte Trade trotz der starken Abwärtsimpulse in den Energiemärkten niemals wirklich unter Druck und jederzeit ruhig handelbar.
Fazit
Mit diesem Beispiel wollte ich aufzeigen, dass sich auch abseits des Aktienmarktes gute Renditen mit kalkulierbarem Risiko erzielen lassen. Gleichzeitig haben die Futures-Optionen wesentliche Vorteile, die ich gern für mich nutze:
- Die Hohe Prämie je Kontrakt erfordert nur wenige Trades. So waren im Beispiel nur 8 Transaktionen für 700 Dollar Ertrag erforderlich. (2x Eröffnung, 2x zwei Anpassungen, 2x Schließung).
- Die zu hinterlegende Margin ist im Verhältnis zu einnehmbaren Prämie deutlich geringer, sodass der Return on Capital steigt.
- Es lassen sich Optionen weiter aus dem Geld verkaufen — damit lässt sich das kurzfristig Kursrisiko besser beschränken.
Mein Ziel ist es außerdem, damit eine weitere Diversifizierung vom Aktienmarkt zu erreichen. Rohstoffe folgen anderen Strukturen und verhalten sich auch entsprechend unkorrelliert zum Aktienmarkt, was es mir erlaubt, Erträge besser zu planen.
Falls du auch solche Strategien umsetzen möchtest, benötigst du leider einen bestimmten Broker, weil die meisten deutschen Anbieter keinen Optionshandel unterstützen. Hilfe findest du in meiner Broker-Übersicht.



