Mit Mietwagenversicherung den Selbstbehalt reduzieren

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Versicherung für Mietwagen
Versicherung für Mietwagen

Seit vielen Jahren nutze ich statt eines eigenen Autos überwiegend Mietwagen und Car-Sharing-Angebote. Da ich in der Stadt nicht täglich auf einen PKW angewiesen bin, kann ich mir so die hohen Unterhaltungskosten und die Finanzierungskosten für das Fahrzeug sparen. Stattdessen zahle ich lediglich, wenn ich auch ein Auto benötige. Jedoch stehe ich bei jeder Anmietung erneut vor der Frage, ob ich die teils hohen Selbstbehalte für die Versicherung in Kauf nehme? Im Schadensfall würden so teilweise über 1.000 Euro von mir fällig, die ich natürlich nur ungern bezahlen würde…

Vor diesem Hintergrund habe ich mich schon früher mit der Mietwagen-Vollkasko beschäftigt, die bei einigen kostenpflichtigen Kreditkarten als Zusatzleistung mit angeboten wird. Doch wer keine weitere Kreditkarte möchte, hat kaum Alternativen.

Was ist eine Mietwagenversicherung?

Der Name „Mietwagenversicherung“ ist zunächst etwas verwirrend, weil diese Versicherung nicht den eigentlichen Mietwagen versichert. Tatsächlich übernimmt der Versicherer im Schadensfall lediglich die Kosten im Rahmen des Selbstbehaltes. Das sind üblicherweise Summen von maximal 3.000 Euro.

Häufig erlaubt der Mietwagen-Verleih eine Reduktion der Selbstbeteiligung bis zum vollständigen verzicht — gegen einen hohen Aufpreis. So verlangt Sixt, Europcar oder Avis zum Beispiel zwischen 17 und 21 Euro pro Tag für 0 EUR Selbstbehalt. Je nach Mietpreis sind enorme zusätzliche Kosten.

Welche Optionen für eine Mietwagenversicherung gibt es?

Derzeit muss man zwischen verschiedenen Situationen unterscheiden:

  • klassische Mietwagen (PKWs)
  • Transporter
  • Wohnmobile oder Wohnwagen
  • CarSharing

Mietwagenversicherungen und die Vollkasko-Versicherungen der Kreditkartenanbieter decken meist ausschließlich den klassischen PKW ab. Alle anderen Fälle sind zunächst ausgeschlossen und müssen extra versichert werden.

An dieser Stelle übernimmt nun zum Beispiel die Mietwagenversicherung der Allianz. Diese gibt es in verschiedenen Varianten als Versicherung mit täglicher Abrechnung, aber auch als Jahresversicherung mit einmaliger Pauschalprämie. Weitere Anbieter sind auch HanseMerkur oder die Bayrische.

Wann lohnt sich das?

Nun stellt sich zwangsläufig die Frage, ob sich das lohnt? Doch die Antwort ist bei einer Versicherung nicht pauschal möglich.

Einerseits weiß jeder, der das Versicherungsgeschäft grob versteht, dass die Summe der Prämien üblicherweise die tatsächlichen Kosten bei einem Schaden übersteigen. Wie stark dieser Unterschied ist, lässt sich jedoch immer nur im Nachhinein feststellen.

An dieser Stelle kommt die Reduktion der Selbstbeteiligung zum Zuge: Denn im Gegensatz zu einem unbekannten Risiko mit undefinierten Kosten treten nun planbare Kosten und ein Zahlungsrisiko weniger.

Wie riskant der Schadenfalls tatsächlich ist, hängt auch von persönlichen Faktoren ab — insbesondere davon, wie finanzkräftig und liquide man ist. Hinzu kommt der Seelenfrieden — wer beim Gedanken an 1.000 Euro plötzliche Kosten in einem Schadensfall nachts nicht mehr schlafen kann, braucht bei dieser Versicherungen nicht lang überlegen.

Doch wenn man rational entscheiden möchte, lässt sich zumindest ein grober Anhaltspunkt finden:

So werden die maximalen Schadenssummen zum Beispiel nicht in jedem Fall fällig sondern tatsächlich nur dann, wenn der Schaden auch groß genug ist. Bei einem Steinschlag in der Scheibe zum Beispiel dürften die tatsächlichen Kosten meist deutlich darunter liegen.

Das heißt, effektiv werden zwar ab und zu Schäden eintreten, aber viel häufiger mit geringeren Summe von wenigen 100 Euro. Wie oft dieses Risiko besteht, hängt letztendlich von der tatsächlichen Nutzungshäufigkeit ab.

Reizvoll ist das Angebot der Allianz auf jeden Fall schon allein dadurch, dass unterschiedliche Varianten gibt. Neben der klassischen Mietwagenversicherung können alternativ auch Wohnwagen abgesichert werden. Im „Carshare Club Plus“ wird neben dem Mietwagen auch CarSharing mit abgesichert, was sogar teilweise günstiger ist als beim CarSharing-Anbieter selbst.

Fazit

Ob letztendlich eine pauschale Jahresversicherung oder eine tägliche Versicherungsdauer sinnvoll sind, entscheidet die Dauer der Mieten pro Jahr. Hier lässt sich grob eine Nutzung von Mietwagen für mindestens 14 Tage im Jahr als Richtwert festlegen. Darunter kann tagbasiert günstiger sein, darüber ist häufig die Jahrespolice die bessere Wahl.

In jedem Fall gilt aber, dass du vor einem Vertragsabschluss deinen individuellen Fall noch einmal mit der Versicherung abgleichen solltest! Dieser Artikel kann dir hier nur einen Einstieg vermitteln und berücksichtigt keine persönlichen Anforderungen.

Was denkst du über die Selbstbehalte bei Mietwagen? Trägst du das Risiko allein oder zahlst du regelmäßig etwas zusätzlich, um den Schadensfall vollständig auszuschließen?

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