Versicherungen haben ein klassisches Problem: Je wahrscheinlicher es ist, dass man sie braucht, desto teurer werden sie. Aus diesem Grund möchte ich nachfolgend drei Tipps vorstellen, mit denen du immer eine passende Versicherung für genau deine Bedürfnisse findest — ohne zu viel dafür zu bezahlen.

Dies ist ein Artikel von Erfolgreich -Sparen.com. Alle Texte sind urheberrechtlich geschützt. Mehr Informationen finden Sie auf www erfolgreich-sparen com.

Vor sehr langer Zeit hatte ich bereits einen Artikel darüber geschrieben, welche Versicherungen ich für unverzichtbar halte: Krankenversicherung und Haftpflichtversicherung. Heute möchte ich dir noch ein paar Tipps mitgeben, wie du im Wald der verschiedenen Versicherungen weiterhin selbstsicher das passende Produkt wählst.

1. Nicht alles, was sich versichern lässt, sollte man auch versichern

Normalerweise werden Versicherungen über Werbung und Verkäufer vertrieben. Fast niemand käme sonst auf die Idee, sich freiwillig sein Smartphone zu versichern. Viele Versicherungen spielen mit deinen Ängsten. Da werden Geschichten erzählt, Szenarien skizziert und Ängste geschürt.

Kannst du wirklich ausschließen, dass nicht auch dich dieser schwere Schicksalschlag treffen könnte?

Niemand kann diese Frage ernsthaft beantworten. Denn niemand kann ausschließen, dass ein bestimmte Fall eintrifft. Doch wie wahrscheinlich ist diese Gefahr wirklich? Und wie wirkt sie sich tatsächlich auf dein Leben aus?

Dass man kleine Gefahren regelmäßig überschätzt, wenn sie einem bewusst werden, ist ein psychologisches Phänomen. Allerdings gibt es auch den anderen Fall. Akute Gefahren, deren Folgen sich kaum abschätzen lassen, werden systematisch ausgeblendet. So schätzen Einwohner, die in der Nähe eines Atomkraftwerks leben, die Gefahr eines GAU deutlich geringer ein als weiter entfernt wohnende Menschen.

Wenn du plötzlich krank wirst (was niemand hoffen will!) und du für mehrere Tage auf der Intensivstation behandelt werden musst, kann dich das schnell ein Vermögen kosten. Gesundheit geht vor. Wer Krank ist, bezahlt jeden Preis um wieder gesund zu werden. Doch kannst du diesen Preis wirklich in jedem Fall zahlen oder bist du anschließend finanziell ruiniert und mit einem Berg von Schulden?

Vergleiche diesen Fall mit deinem Smartphone: Es hat dich bestimmt 800 Euro gekostet, wenn es teuer war. Nach einem Jahr fällt es dir ausversehen aus der Hand und das Display zeigt nur noch schwarz. Natürlich ist dieses Risiko relativ hoch, aber seien wir ehrlich: Welche negativen Folgen ergeben sich aus diesem Missgeschick? Ist dein Leben dadurch wirklich in Gefahr? Selbst wenn du das Geld nicht hättest, um dir das gleiche Smartphone wiederzukaufen (Mit hoher Wahrscheinlichkeit kostet ein vergleichbares Gerät mittlerweile nur noch die Hälfte), könntest du notfalls entweder ohne Gerät leben oder auf ein Billig-Produkt zurückgreifen.

2. Den absoluten Schutz gibt es nicht

Gern versprechen dir Versicherungsverkäufer die heile Welt. Es gibt ja so viele Gefahren da draußen. Die Welt ist unberechenbar. Niemand ist vor einem Schicksalsschlag gefeit. Doch wenn du nur noch diese eine Versicherung abschließt, dann ist dieser Fall „perfekt abgesichert“.

Die Wahrheit? Das ist absoluter Blödsinn! Eine Versicherung verhindert nicht, dass es etwas passiert. Eine Versicherung kann dir nur dabei helfen, im Schadensfall besser zurecht zu kommen.

Als Faustregel kann man sich eine einfache Prioritätenliste vorstellen:

  1. Gesundheit (Krankenversicherung, Haftpflichtversicherung)
  2. Arbeitskraft (Berufsunfähigkeitsversicherung)
  3. Familie (Risikolebensversicherung)
  4. Gegenstände

In dieser Reihenfolge steigt auch das Risiko und die Kosten im Schadenfalls. Dabei geht es vor allem um langfristige Kosten oder Einkommensverlust, weniger um kurzfristige finanzielle Schäden. Wer sich den Unterschied zwischen lebenslang nicht mehr arbeiten können und einem Hagelschaden beim Auto bewusst wird, erkennt intuitiv, welche Folgen tiefgreifender sind.

3. Keine Angst vor der Selbstbeteiligung

Kennst du den Fall? Du zahlst seit Jahren für eine Versicherung und dann hast du „endlich“ mal einen Schaden, doch er ist nicht groß genug, dass die Versicherung dafür aufkommt! Hättest du damals doch bloß die Selbstbeteiligung ausgeschlossen!

In der Realität wird genau anders herum ein Schuh draus: Wenn der Schaden klein ist und du ihn selbst bezahlen kannst, dann ist kein Schaden, den die Versicherung abdecken sollte. Natürlich ist es ärgerlich, Prämien zu zahlen und dennoch für den Schaden selbst aufkommen zu müssen. Aber Versicherungen sollen nicht für jeden kleinen Kratzer einspringen, sondern dich in echten Katastrophen unterstützen!

Sei also lieber froh, dass du keinen großen Schaden hast! Die beste Versicherung ist immer die, welche man nie braucht.

Ärger dich also nie, dass du Prämien umsonst bezahlt hast. Denn wenn der Tag kommt und du die Versicherung wirklich brauchst, dann wirst du dir wünschen, du hättest einfach nur weiterhin sinnlos die Prämien zahlen können.

Fazit

Abschließend bleibt festzustellen, dass Versicherungen immer genau für den Fall abgeschlossen werden sollen, der das Risiko darstellt. Wenn du Krankheiten absichern willst, wähle eine Krankenversicherung. Willst du deine Familie im Todesfall absichern, wähle eine Risikolebensversicherung. Eventuell kannst du bei Prämien sparen, wenn du mehrere verschiedene Versicherungen bei einem Anbieter abschließt. Vermeide aber Knebelverträge, die Versicherungen sollten stets unabhängig voneinander sein, damit du sie jederzeit auf deinen Bedarf abstimmen kannst.

Titelbild: LifeOfPix.com

5 KOMMENTARE

  1. Hallo Rico,

    mit diesem Beitrag hast Du ein -in meinen Augen- wichtiges Thema – sehr gut beschrieben:

    Es ist nämlich genau der Punkt, dass Versicherer Ängste skizzieren und mögliche Gefahren aufzeigen, welche unter absurdesten Umständen passieren könnten. Wenn man dann bei einem Berater sitzt, oder diesen evtl. zu Haus hat, sind einige sicherlich leicht von seinen Argumenten zu überzeugen und unterschreiben schnell (vielleicht sogar voreilig) einen Vertrag.

    Ich denke, jeder sollte die oben genannten Punkte für sich beherzigen. Diese vor allem in die richtige Priorität bringen (das hast Du ja anschaulich dargestellt) und für sich wirklich entscheiden, was wirklich wichtig ist. Das Beispiel Smartphone finde ich ideal. 🙂

    VG
    Elmar

  2. Die Sache mit der Rückzahlung ist der größte Werbetrick der Versicherungen. „Nehmen Sie unsere Unfallversicherung mit Prämienrückgewähr. Da bekommen Sie Ihre eingezahlten Beiträge verzinst zurück und sind zugleich versichert.“ – Bullshit! Meine Eltern schlossen so ein Teil ab und ich habe vor wenigen Jahren mal nachgerechnet und gekündigt. Der Versicherungsheini rief bei mir an und fragt, ob ich das wirklich wolle, denn ich verlöre damit Geld. Das ist natürlich Quatsch.

    Das war tatsächlich eine Unfallversicherung wie keine zweite. Die Leistungen im Falle eines Unfalles hätten nichts abgedeckt, weil einfach zu niedrig. Was will man mit 15 € Krankenhaustagegeld? Ich habe keine Risikounfallversicherung gefunden, die die gleichen Konditionen bot. Solche niedrige Leistungen anzubieten, hätte die Risikolebensversicherung unlukrativ gemacht. Die hätten dann einen 1,50 € pro Monat einstreichen können.

    Ich habe nachgerechnet, was passierte, wenn ich kündigte, den Rückkaufwert in Aktien steckte, die eingesparten Beiträge genauso in Aktien sowie in eine solche Risikounfallversicherung. Das war viel lukrativer und die Absicherung im Unfall wäre bedeutend besser gewesen. Eine Unfallversicherung habe ich dennoch nicht, die Aktieninvestments haben sich gut bezahlt gemacht.

    Was ich noch empfehlen kann: Risikolebensversicherung, sofern man sie braucht, degressiv gestalten. Wer heute Kinder hat, muss diese mitabsichern. Diese werden aber älter und der dreißigjährige Nachwuchs braucht doch keine 10000te Euro von der Versicherung des verstorbenen Vaters. Außerdem wird die Versicherung teuer, wenn der Versicherte älter wird. Mit Degression kann man dagegensteuern und die Ersparnisse für den Vermögensaufbau nutzen, wovon die Erben noch mehr profitieren. Ein Versicherungsvertrag läuft ja irgendwann mal aus. Danach gibt’s nichts mehr. Das Vermögen wird aber sowohl vor dem Ablauf als auch danach an die Erben weitergereicht.

    • Hallo Rico, hallo Cuponschneider,

      Danke für den tollen Beitrag … insbesondere an Hand Deine Prio-Liste sollte sich jeder vor dem Abschluß fragen brauche ich diese Versicherung wirklich? Denn bei der Bewertung eines Risikos kommt es nicht allein auf die Eintrittswahrscheinlichkeit sondern auch auf die Schadenshöhe an. Und wie du weiterhin richtig schreibst brauch man nicht für bzw. gegen alles eine Versicherung. Schließlich kann man Risiken auch akzeptieren (und damit den möglichen Schaden beim kaputten Smartphone selber tragen) oder auch komplett vermeiden (kein Smartphone kaufen).

      Ach ja die beliebte Unfallversicherung … wollte uns der Markler auch gleich nach der Geburt meiner Tochter aufschwatzen … aber nicht mit uns 😉

      Zur seiner Ehrenrettung muß ich aber sagen, dass er in Sachen RLV uns die von Dir genannte dgressive Variante empfohlen hat. Wir haben eine Absicherung über 20 Jahre mit einer pro rata temporis Degression gewählt. Somit kann man das Risiko zu einem guten Preis absichern.

      Gruß
      Anton

  3. Ich hätte ebenfalls noch einen Tipp: Falls die Lebensversicherung oder Rentenversicherung nicht ganz so gut verlaufen ist, kann man nunmehr eine Rückabwicklung durchführen. Neuste BGH und EuGH Urteile ermöglichen das nunmehr und es lohnt sich durchaus!

    Hattest Du davon bereits gehört?

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here