Bei der Frage nach einer sicheren Geldanlage kommt immer auch Tagesgeld in Spiel. Doch was ist Tagesgeld überhaupt und warum ist es besonders sicher? Gerade in den letzten Monaten hat sich gezeigt, dass Banken grundsätzlich auch nicht sicher sind und Pleite gehen können. Doch was passiert dann mit dem angeblich so sicheren Tagesgeld? Die Antwort darauf möchte ich nachfolgend geben und einige Beispiele zeigen, was in der Praxis im Fall der Fälle auf dich zukommt.

Was ist Tagesgeld?

Zunächst möchte ich jedoch erklären, was Tagesgeld überhaupt ist. Einen sehr guten allgemeinen Einstieg bietet Wikipedia, wo alle wesentlichen Merkmale zusammengefasst werden:

Ein Tagesgeldkonto ist ein verzinstes Konto, über dessen Guthaben der Kontoinhaber täglich verfügen kann. Kündigungsfristen gibt es im Gegensatz zum Sparbuch nicht. Die tägliche Verfügbarkeit, die Verzinsung, und der Wegfall von Kündigungsfristen sind die Vorteile eines solchen Kontos. Als Nachteil für den Kunden kann sich herausstellen, dass die Bank jederzeit ohne Ankündigung den Zinssatz – auch nach unten – ändern kann. Ein Tagesgeldkonto ist in der Regel nicht für den allgemeinen Zahlungsverkehr vorgesehen: Überweisungen auf Fremdkonten und Lastschriften sind somit nicht möglich. (Wikipedia)

Damit stellen wir fest: Tagesgeld per se gibt es nicht, sondern es gibt vielmehr ein Tagesgeldkonto, auf das ohne die Beachtung von Kündigungsfristen Guthaben eingezahlt werden und wieder abgebucht werden kann. Dafür zahlt die Bank einen Zinssatz, den sie allerdings jederzeit ändern kann — und zwar ohne Ankündigung nach unten wie nach oben. Bei Girokonten gibt es häufig gar keine Verzinsung — stattdessen verlangt die Bank dafür sogar noch Gebühren, insbesondere Direktbanken verzichten jedoch häufig darauf. Im Unterschied zum Tagesgeld kann es zudem für den Zahlungsverkehr verwendet werden und steht auch für Lastschriftverfahren zur Verfügung. Das Tagesgeldkonto kann man hierfür nicht nutzen.

Aus der Definition von Tagesgeld lässt sich schon leicht ableiten, warum es auch als Spargeld bezeichnet wird und Tagesgeldkonten gern als Sparkonten gebraucht werden. Im Gegensatz zum Girokonto erhält der Anleger einen Zins, der zur Zeit bei 1,5 % bis 2,5 % je nach Bank und Angebot liegt. Beim Sparbuch sind die Zinsen im Vergleich nicht so leicht änderbar, dort liegt der Zinssatz allerdings häufig deutlich niedriger bei circa 0,5 %.

Sicherheit von Tagesgeld

Was macht das Tagesgeldkonto nun so sicher? Kann ich nicht trotzdem mein Geld verlieren, wenn die Bank pleite geht?

Prinzipiell kann man sagen, dass Tagesgeld genauso sicher ist, wie das Geld auf dem Girokonto. Dafür garantiert der sogenannte Einlagensicherungsfonds, der im Fall einer Bankenpleite einspringt. Übersetzt heißt das, dass andere Banken in diesem Fall für die Guthaben der Sparer garantieren Allerdings ist diese Sicherung nur bis 100.000 Euro innerhalb der EU gesetzlich vorgegeben. Man kann diese Grenze aber erhöhen, wenn man sein Geld auf mehrere Banken verteilt.

Innerhalb Deutschlands sichert die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB) die Guthaben ab, in anderen EU-Ländern finden sich jedoch ähnliche Einrichtungen. Banken, die innerhalb eines Landes aktiv sind, müssen Mitglied dieser Einrichtungen sein. Zusätzlich gewährleistet der Bundesverband deutscher Banken (BdB) eine weitere Sicherung, die sogar über die 100.000-Euro-Grenze hinaus gehen kann. Die Mitgliedschaft ist allerdings freiwillig.

Wie zeigt sich die Sicherheit von Tagesgeld in der Praxis?

In der Zeitschrift Finanztest vom April gibt es eine Übersicht zu den Sicherheiten von Tagesgeld. Demnach hat seit 1976 kein Kunde in Deutschland nach einer Pleite einer Bank sein Spargeld verloren. Seitdem wurden bereits über 30 Sicherungsfälle gelöst. Doch auch im EU-Ausland sind die Einlagen sicher.

Was passiert bei einer Bankpleite?

Nachfolgend möchte ich einige Beispiele dokumentieren, die darstellen, was Anleger erwartet, wenn eine Bank tatsächlich einmal Pleite gehen sollte. Sie basieren auf den Informationen der Finanztest und dürften auch den letzten Zweifler wieder ruhig schlafen lassen. Grundsätzlich kann man das Ergebnis mit so zusammen fassen: Es passiert gar nichts und das Geld ist innerhalb eines Monats wieder auf dem eigenen Konto.

Beim Beispiel IKB (Deutschland) würden Kunden im Fall einer Pleite gar nichts tun müssen. Sie erhalten von der  Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB) einen Brief, in dem das neue Konto angegeben werden muss, auf das das Guthaben überwiesen werden soll und 20 Tage später landet das Geld auf dem Konto. Beträge über 100.000 Euro werden durch den BdB gesichert, der im Fall der IKB derzeit rund 654 Millionen Euro je Kunden garantiert.

Im Fall der niederländischen ABN Amro (Niederlande) müssten Kunden auf eine Mitteilung der niederländischen Zentralbank (DNB) warten, welche über die nächsten Schritte informiert. Auch dann landet das Geld innerhalb eines Monats wieder auf dem eigenen Konto.

Die Advanzia (Luxemburg) wird durch die Einlagensicherung Luxemburgs gesichert (AGDL). Im Fall einer Pleite muss der Kunde seine Forderung bekannt machen und sich ausweisen, bevor innerhalb eines Monats maximal 100.000 Euro zurückgezahlt werden.

Auch beim Beispiel Bank of Scotland (Großbritannien) erhält der Kunde einen Antrag, bei dem dann die Forderungen angegeben werden. Anschließend überwiest die britische Einlagensicherung (FSCS) bis zu 250.000 Euro.

Fazit

Letztendlich kann man feststellen, dass das Thema Bankpleiten in der Europäischen Union sehr gut durchdacht ist. Wer unter 100.000 Euro je Bank anlegt, muss sich praktisch nie Sorgen machen, dass er sein Geld verlieren könnte. Beträge darüber sollte man besser auf mehrere Banken verteilen.

Was sind deine Erfahrungen mit Bankenpleiten? Wie gehst du mit dem Risiko um? Hast du sogar schon einmal selbst eine Pleite erlebt? Oder kennst du Fälle, wie diese Pleiten außerhalb der EU gehandhabt werden? Schreibe mir deine Erfahrungen direkt als Kommentar! Ich würde mich freuen!

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