Gilead Sciences Logo
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Nachdem Gilead Sciences immer durch sehr starkes Wachstum sowohl beim Aktienkurs als auch beim Geschäft aufgefallen war, hat das Unternehmen nun erstmals in der Firmengeschichte eine Dividende angekündigt. Sofern das Board zustimmt, sollen zunächst quartalsweise 0,43 US-Dollar an die Aktionäre ausgeschüttet werden. Beim aktuellen Aktienkurs von rund 100 US-Dollar ergibt sich damit eine Dividenden-Rendite von 1,7 Prozent pro Jahr.

Für mich als langjähriger Aktionär kommt die Entscheidung überraschend. Dennoch freue ich mich über diesen Schritt, weil er der Aktie ein zusätzliches Qualitätsmerkmal verleiht und höchstwahrscheinlich etwas Volatilität nehmen wird. Die Ausschüttungsquote ist mit knapp 20 Prozent zwar schon vergleichsweise sportlich, lässt aber noch immer ausreichend Spielraum. Allein mit den 11 Milliarden Barvermögen könnte Gilead die Dividende für die nächsten vier Jahre bezahlen.

Gleichzeitig muss sich Gilead Sciences in Zukunft an diesem Schritt messen lassen und beweisen, dass sie die Ausschüttung auch verlässlich leisten können. Das Geschäftsfeld mit HIV und Hepatitis dürfte hier allerdings durchaus genügend Gewinnpotential ermöglichen.

Im Geschäftsjahr 2014 konnte Gilead Sciences in jedem Fall wieder glänzen. Das Unternehmen konnte den Gewinn vervierfachen und den Umsatz mehr als verdoppeln. Für die Aktionäre hat Gilead Sciences in 2014 fast 5,4 Milliarden US-Dollar in Aktienrückkäufe investiert. Der durchschnittliche Preis lag bei etwa 90 US-Dollar. In den nächsten fünf Jahren sollen weitere Aktien im Wert von 15 Milliarden US-Dollar zurückgekauft werden. Dies entspricht bei einer Marktkapitalisierung von knapp 153 Milliarden US-Dollar etwa 10 Prozent des Kapitals.

Gilead Sciences: Entwicklung von Umsatz und Ergebnis bis 2014
Gilead Sciences: Entwicklung von Umsatz und Ergebnis bis 2014

Spannende ist auch immer wieder der Blick auf den Kapitalfluss. Denn nur hier kann man sehen, wieviel Geld tatsächlich in das Unternehmen hinein fließt. 2014 waren das aus dem operativen Geschäft rund 9 Milliarden US-Dollar. Davon wurden 670 Millionen US-Dollar für Investitionen verwendet.

Gilead Sciences: Entwicklung des operativen Kapitalflusses bis 2014
Gilead Sciences: Entwicklung des operativen Kapitalflusses bis 2014

Im Aktiendepot liegt Gilead Sciences für einen Einkaufskurs aus 2007 von etwa 16 US-Dollar. Damit ergibt sich theoretisch eine Anfangsrendite auf Kostenbasis von 10,7 Prozent pro Jahr. Daran kann man erkennen, dass sich Geduld und Ausdauer auszahlen.

Gilead Sciences: Kursverlauf im Wochenchart bis Feb 2015
Gilead Sciences: Kursverlauf im Wochenchart bis Feb 2015

Die aktuelle Kursschwäche kann man für einen Einstieg nutzen. Viele Aktionäre haben sich wohl dadurch abschrecken lassen, dass Gilead Sciences den Preis für seine hochwirksamen Medikamente senken wird. Der Ausblick zeigt allerdings relativ stabile Margen. Gleichzeitig werden mit dem geringeren Preis auch mehr Anwendungen möglich, was Umsatz und Ergebnis entsprechend stabilisieren oder gar weiter beflügeln sollte.

Um das Unternehmen umfassend zu bewerten wären noch zahlreiche weitere Arbeitsschritte notwendig — insbesondere die Analyse der Produkte und des Geschäftsmodells auch im Vergleich zu Wettbewerbern. Mir als Investor genügt jedoch der Blick auf die groben Messwerte: Operativer Kapitalfluss, Umsatzwachstum und Gewinn. Mit der Einführung der Dividende ist ein weiteres Kriterium hinzu gekommen: Sie darf möglichst nicht sinken.

Insgesamt ist Gilead Sciences ein spannender Biotech-Spezialist, der an höchst relevanten Problemstellungen arbeitet. Bei der Aufstellung wird das Unternehmen wohl noch eine Weile in meinem Aktiendepot verweilen — insbesondere, weil praktisch kein eigenes Geld mehr investiert ist und ich damit eine unendliche Rendite erwirtschaften kann. Das hatte ich schon vor langer Zeit aus dem Spiel genommen.

2 KOMMENTARE

    • Hi Alex, da hast du genau ins schwarze getroffen. Sportlich ist eher „neutral“, weder gut noch schlecht. Die Quote lässt noch Raum für weiteres Wachstum bzw. eine weitere Verdopplung. Wenn man betrachtet, dass bisher gar keine Dividende gezahlt wurde, sind 20 Prozent Ausschüttung vom Profit direkt von Beginn an auf jeden Fall schon sehr ordentlich. Das Unterstreicht meiner Meinung nach die Strategie, die Aktionäre stärker zu beteiligen.

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