Tagesgeld mit täglicher Zinsgutschrift

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Heute bin ich über ein Tagesgeld-Angebot gestoßen, bei dem die Zinsen täglich gutgeschrieben werden. Der Anbieter ist die AS Privatbank aus Lettland. Mich hat die Idee sofort begeistert, jeden Tag eine Gutschrift auf dem Konto zu erhalten. Denn bei den meisten Banken lassen sich nur quartalsweise oder gar jährliche Gutschriften finden. Also habe ich mir das Angebot mal genauer angesehen.

Die Privatbank hat ihren Sitz zwar in Lettland, ist aber durch das Konzept als Direktbank auch für Kunden in Deutschland problemlos erreichbar. Für Rückfragen gibt es eine kostenlose 0800-Nummer oder sogar einen Skype-Kontakt.

Das Geld wird per Überweisung auf ein Konto in Lettland eingezahlt. Dort ist es nach EU-Standard bis zu 100.000 Euro durch den Einlagensicherungsfonds Lettlands abgesichert. Die Konto-Eröffnung bei der Privatbank* kann zudem bequem online vorgenommen werden. Dabei wird ein Referenzkonto angelegt, von dem das Geld auf das Tagesgeld-Konto überwiesen werden kann. Der Zugriff erfolgt erfolgt wahlweise durch Überweisung oder den Einsatz der Kreditkarte. Doch hier gibt es einen Haken, den ich gleich noch erkläre.

Konditionen

Verzinst werden die Einlagen für das Tagesgeldkonto „Flow“ derzeit mit 0,3 Prozent, wobei die Zinsgutschrift täglich erfolgt. Im Vergleich mit deutschen Direktbanken ist das eher unterdurchschnittlich. Hinzu kommen 10 Prozent Quellensteuer für Lettland, die aber hier angerechnet werden können.

Das Tagesgeldkonto ist grundsätzlich kostenlos. Es fallen keine laufenden Kosten oder Gebühren an. Bei der Registrierung wird das Produkt „Clever Pack“ abgeschlossen, das unter „Clever Pack Geldanlage“ im Preis-Leistungs-Verzeichnis geführt wird. Alternativ bietet die AS Privatbank noch weitere Clever-Pack-Produkte an, die jedoch alle mit zusätzlichen Gebühren verbunden sind.

Besonderheiten und Kritik

Insgesamt würde ich das Tagesgeldkonto „Flow“ von der AS Privatbank* eher als Trickreich einstufen. Insgesamt sehe ich mehrere Haken, denen man sich bewusst sein sollte:

  1. Überweisung vom Konto innerhalb der EU kosten mindestens 1,50 EUR und sind auf 2.000 Euro limitiert. Wer mehr überweisen will, zahlt bis zu 30 EUR.
  2. Bargeld-Abhebungen kosten pauschal 5 EUR Gebühr.
  3. Auf die Zinserträge werden 10 Prozent Steuern in Lettland erhoben, die aber in Deutschland angerechnet werden können.
  4. Der Guthabenzins ist derzeit nur sehr gering.

All diese Punkte haben zur Folge, dass der Ertrag deutlich gemindert wird. Kostenlos ist das Angebot der Privatbank keinesfalls, denn um ein sein Geld wieder heranzukommen, werden in jedem Fall Gebühren für die Überweisung oder die Barauszahlung fällig. Man muss sich also ernsthaft fragen, ob der vorteil einer täglichen Zinsgutschrift diese Nachteile aufwiegt.

Fazit

Wer eine Geldanlage sucht, die das Guthaben täglich verzinst, wird bei der AS Privatbank definitiv fündig. Allerdings bleibt die Frage, ob der niedrige Zins diesen Vorteil nicht wieder zunichte macht. Selbst wenn man die vollen 100.000 EUR anlegen würde, würde man im Jahr gerade einmal 270 Euro Zinsen (abzüglich der 10 % Quellensteuer) erhalten. Pro Tag wären das magere 83 Cent. Alternativ bietet die Privatbank auch ein Festgeld-Konto „Power“ an, bei dem für ein Jahr derzeit 1,19 % Zinsen und ab zwei Jahren 1,5 % Zinsen gezahlt werden. Als Tagesgeld-Alternative bietet sich diese Option durch den Verlust der Flexibilität aber nicht an.

Stattdessen könnte man sein Geld auf mehrere deutsche Tagesgeldkonten verteilen, bei denen die Zinsen deutlich höher liegen. Allein die DKB Bank bietet einen fast viermal höheren Zins ohne jegliche Gebühren und kostenlose Auszahlungen. Die ebenfalls vollkommen kostenlose DAB Bank liegt mit knapp unter einem Prozent für Tagesgeld immer noch dreimal höher als die Privatbank.

Ich sehe daher im Moment keinen wirklichen Grund, warum man auf das Angebot der AS Privatbank zurückgreifen sollte. Die deutschen Anbieter für Tagesgeld bieten zwar keine tägliche Zinsgutschrift, rentieren sich aber deutlich besser, kosten weniger und sind transparenter.

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2 KOMMENTARE

  1. Der Grundgedanke ist ja ganz nett, aber der Aufwand scheint mir doch etwas zu hoch. Ich frage mich, wie die Bank ohne weitere Kosten eine tägliche Verzinsung möglich macht. Da müssten doch Buchungsaufwände stattfinden.

    Ich persönlich bevorzuge weiterhin mein Geld hier in Deutschland anzulegen. Ist immer noch etwas sicherer und auch wenn ich die Zinsen nicht täglich sehe, so weiß ich dennoch, dass sie da sind.

    • Ich glaube nicht, dass hier zusätzliche Kosten entstehen, wenn der Prozess ausreichend automatisiert ist. Grundsätzlich handelt es sich doch nur um einen virtuellen Buchungsvorgang. Es ist lediglich eine Frage der Liquidität, denn die Bank hat dann natürlich weniger Geld zur Verfügung. Andererseits zahlt sie weniger Zinsen als andere, was den Vorteil der täglichen Zinsgutschrift schon doch beeinträchtigt.

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