In meinem Freundeskreis spart praktisch jeder. Doch trotzdem ist am Ende des Geldes meist noch sehr viel Monat übrig. Es muss also beim Sparen einen Unterschied geben, denn offensichtlich heißt Sparen nicht automatisch, dass man auch mehr Geld zur Verfügung hat — geschweige denn davon reich wird. Doch welche Unterschiede gibt es und wie spart man richtig, um tatsächlich Vermögen bilden zu können?

Was ist Sparen?

„Sparen“ selbst definiert der Duden als „Geld nicht ausgeben, sondern für einen bestimmten Zweck zurücklegen“. Wer sparsam ist, ist „bestrebt, von etwas wenig zu verbrauchen“. Doch dabei fangen die Probleme schon an: Denn die Tätigkeit des Sparens selbst lässt sich auch damit übersetzen, dass man Ausgaben nicht sofort tätigt, sondern in die Zukunft verschiebt.

Wer spart, verschiebt seine Ausgaben auf einen späteren Zeitpunkt.

Allein an diesem Satz lässt sich schon erkennen, dass man durch sparen selbst nicht zwangsläufig mehr Geld besitzen muss. Denn nur, weil man eine Ausgabe verschiebt, hat man später nicht automatisch mehr Geld zur Verfügung. Wer sich also heute das Geld für den Starbucks-Kaffee spart, um dafür morgen einen Big Mac bei McDonalds essen zu können, hat zwar heute 3 Münzen mehr in der Tasche, spätestens beim Kauf des Big Mac ist dieser Effekt aber wieder aufgebraucht.

Wer langfristig also Vermögen bilden will — um zum Beispiel fürs Alter vorzusorgen –, muss an einer Stelle damit beginnen, Geld nicht auszugeben. Doch auch das ist nur die halbe Wahrheit.

Konsumsparen oder Vorsorgesparen?

Grundsätzlich lassen sich zwei Arten von Sparen unterscheiden, die sich durch ihr Ziel, die Sparform und die Sparzeit wesentlich unterscheiden: Konsumsparen und Vorsorgesparen.

  Konsumsparen Vorsorgesparen
Ziel Auto, Möbel, Urlaub, Fernseher, Schmuck Rente, Finanzielle Freiheit, Absicherung im Alter, Unabhängigkeit vom Arbeitseinkommen
Sparzeit Wochen, Monate, wenige Jahre mehrere Jahre, Jahrzehnte
Sparform Sparbuch, Tagesgeld, Ratenkredit, Kopfkissen Beteiligungspapiere, Sachwerte

Konsumsparen beschränkt sich im wesentlichen darauf, größere kurzfristige Ausgaben tätigen zu können. Das geschieht im klassischen Fall dann, wenn du für den Jahresurlaub sparst. Aber auch die Kreditrate für dein neues Auto fällt unter Konsumsparen. Nur, dass in diesem Fall die Ausgabe erst anfällt, und du nachträglich sparst. Diese Variante ist besonders dann gefährlich, wenn du plötzlich nicht mehr sparen kannst. Meist sind die Zeiträume recht überschaubar und erstrecken sich selten über zwei Jahre.

Diese Dauer ist auch schon aufgrund ihres Zweckes kurz gehalten, weil Konsum zwangsläufig auch Verbrauch bedeutet. Ein Auto ist nach 5 Jahre nicht mehr so viel Wert wie beim Kauf. Ein Fernseher ist technisch veraltet, ein Handy gehört zum alten Eisen und der Urlaub ist längst Geschichte.

Vorsorgesparen kennst du sicherlich auch unter dem klassischen Begriff „Geld fürs Alter zurücklegen“. Hier ist das Ziel keine einmalige Ausgabe sondern der Ersatz des Erwerbseinkommens. Wer fürs Alter vorsorgt, will sich für die Zeit vorbereiten, in der er aktiv kein Einkommen mehr erwirtschaften kann. Wir wollen in diesem Fall also Vermögen bilden, das uns in Zukunft ein „passives Einkommen“ sichert.

Dass dafür ganz andere Strategien erforderlich sind als für den Kauf eines Autos, dürfte wohl spätestens jetzt auf der Hand liegen.

Für beide Sparformen ist es zunächst erforderlich, „Geld nicht auszugeben“. Doch ob man später tatsächlich sein Ziel erreicht und genug Vermögen gebildet hat, das ein Erwerbseinkommen ersetzen kann, ist damit noch nicht garantiert.

Warum sparen dich nicht reich macht

Nach diesen Exkurs müsste dir langsam klarer werden, warum sparen allein niemanden reich macht. Man kann Sparen mit dem Training eines Marathon-Läufers vergleichen. Er kann sich jeden Tag gesund ernähren, kauft sich Turnschuhe und geht in den Wald gemütlich spazieren. Doch dadurch trainiert er weder seine Ausdauer, noch baut er genügend Kraft auf. Diese Fähigkeiten bilden aber das Vermögen, mit dem er später einen Marathonlauf überhaupt erst durchstehen kann.

Beim Sparer ist es ähnlich: Er kann jeden Monat einen kleinen Geldbetrag auf die Seite legen, wird allein dadurch aber kein Vermögen bilden, das es ihm erlaubt, sein Einkommen im Alter zu ersetzen. Der Muskel, mit dem passives Einkommen generiert wird, muss Schritt für Schritt aufgebaut und gestärkt werden.

Dieser Muskel hat verschiedene Namen, doch das Ergebnis ist das gleiche: Ein weitgehend passives Einkommen, das unabhängig davon fließt, ob du selbst arbeitest oder nicht.

Zwei Schritte zur finanziellen Unabhängigkeit

Nach all dieser Theorie wird klar: Wer reich werden will, muss dazu zumindest zwei Schritte meistern.

Der erste Schritt ist es, derzeit verfügbares Geld nicht sofort auszugeben. Anstatt kurzfristig zu sparen, führt hier ein sparsames Leben tendenziell eher zum Erfolg. Wie man sparen kann und die Kontrolle über seine Finanzen erhält, habe ich in verschiedenen Beiträgen schon erläutert. (Wie man richtig monatlich spart, wie führt man ein Haushaltsbuch)

Der zweite Schritt ist es, das gesparte Geld zielführend zu investieren. Dabei muss man sich immer vor Augen halten, dass Geld allein eben nicht arbeitet. Es gibt kein echtes passives Einkommen, bei dem Geld auf wundersame Weise neues Geld erschafft.

In der Realität wird Geld nur dann erschaffen, wenn man jemandem gibt, der noch arbeiten kann und dich als Gegenleistung am Ergebnis bzw. Profit beteiligt. Das funktioniert ganz klassisch, wenn du ein Unternehmen gründest und Mitarbeiter einstellst, die für dich arbeiten. Etwas einfacher wird es, wenn jemanden kennst, der schon ein Unternehmen betreibt und dich ebenfalls daran beteiligst.

Tatsächlich gibt es aber viele weitere Varianten um Einkommen zu generieren. Zum Beispiel indem du ein Buch schreibst oder ein Lied komponierst und noch lange nachdem es veröffentlicht wurde, von den Verkaufserlösen profitierst. Du kannst aber auch eine Immobilie vermieten oder etwas erfinden und patentieren.

Ein anderer sehr beliebter Weg war es, Wetten über deinen eigenen Todeszeitpunkt abzuschließen. Du findest jemandem, der dir gegen einen bestimmten Betrag verspricht, dir bis zu einem bestimmten Geburtstag jeden Monat einen Geldbetrag zu bezahlen. Stirbst du eher, hat er gewonnen und darf den Einsatz behalten. Lebst du länger, gewinnst du und er muss den Betrag bis zu deinem Tod weiter zahlen.

Ich persönlich würde aber mein Geld lieber jemandem geben, der davon profitiert, dass ich am Leben bleibe, anstatt auf meinen frühen Tod zu wetten. Über passives Einkommen habe ich auch an anderen Stellen reichlich geschrieben: Wie finanzielle Freiheit dein Leben verändert, Was Geld wirklich bedeutet, Wie du als angestellter reich wirst.

Wie spart man nun richtig?

Zum Schluss möchte ich die Frage nach dem richtigen Sparen vollständig auflösen: Wahrscheinlich hast du die Antwort aber schon selbst gefunden. Entscheidend ist nicht, wie du sparst, wie viel du sparst oder wie lange. Die größere Frage ist vielmehr, was du mit dem gesparten Geld anstellst.

Es gibt viele Menschen, die auch sehr viel gespart haben. Sie haben ihr ganzes Leben lang gespart und sind am Ende doch als arme Menschen gestorben. Warum? Weil sie schlicht mit ihrem Geld nichts anfangen konnten. Die wahre Herausforderung ist es nicht, zu sparen, sondern zu lernen, das Geld so zu investieren, dass es tatsächlich auch sichere und hohe Erträge für dich erwirtschaftet. Dieses Wissen, das ich mir ebenfalls schrittweise aneigne, soll auch diese Website dokumentieren, sammeln und weitergeben.

Das ist der Faktor, der Sparer und Vermögende unterscheidet. Das Wissen, wie man Geld richtig nutzt, um damit Vermögen zu bilden.

6 KOMMENTARE

  1. Schöner Artikel, Rico!

    Mir gefällt besonders der Vergleich mit dem Marathonläufer 🙂

    Wenn man schon etwas anfängt, dann aber auch richtig. Nur Sparen wird nicht reichen. Man muss auch in etwas investieren, was einem eine Rendite erwirtschaften kann.

    – Henrik

  2. Hallo Rico!
    Schöner Beitrag, der mir sehr gut gefallen hat. Alles, was man selbst in der Hand hat, also kontrollieren kann, ist gut. Dazu gehört auch das kluge Investieren, das uns zusätzliches Geld verdienen lässt. Die Zockerei mit den fadenscheinigen „Börsenpapierchen“ hat meiner Meinung nach damit überhaupt nichts zu tun. Das ist eine Spielart des Roulette, also eher Unterhaltung als Arbeit. Aber Menschen spielen nun einmal gern. Das macht Spaß, besonders wenn man dabei gewinnt. Ist aber eher wie Lotto und keine Basis auf der man reich werden kann.
    Der Malachit

    • Diese „fadenscheinigen Börsenpapierchen“ sind faktisch nichts anderes als eine Beteiligungen an Unternehmen. Würden sich Menschen nicht an unternehmerischem Risiko beteiligen, gäbe es keine funktionierende Wirtschaft. Zockerei wird es erst, wenn man sich an einem Unternehmen beteiligt, das man nicht mal im Ansatz versteht. Ein Auto kauft aber auch niemand, ohne sich mal vorher anzusehen, ob es überhaupt Lenkrad und Bremsen hat.

    • Rico – Du hast nicht nur das Sparen verstanden, sondern auch den Hintergrund von „Börsenpapierchen“. Danke für Deine Klarstellung.

      Leider gibt es aber immer noch genug Leute, die den Unterschied zwischen Börse und Roulette oder Lotto nicht verstehen. Mir macht Lotto übrigens überhaupt keinen Spaß. Und deshalb spiele ich auch nicht.

      Gruß, Der Privatier

      • Ich verstehe die Leute auch nicht, die am Lotto Spaß haben. Da kaufe ich mir lieber ein Eis, da habe ich mehr davon 🙂

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