Wie findet man gute Finanzberater?

9
775

Im ersten Artikel haben wir uns der Frage gestellt, wie man sich auf die Zusammenarbeit mit dem Finanzberater vorbereiten sollte. Diesmal soll es darum gehen, wie man einen guten Berater finden kann.

Dies ist ein Artikel von Erfolgreich -Sparen.com. Alle Texte sind urheberrechtlich geschützt. Mehr Informationen finden Sie auf www erfolgreich-sparen com.

In den Medien wird dieser Berufsstand regelmäßig gescholten, doch häufig ist der Fehler auf beiden Seiten zu suchen. Dennoch gibt es natürlich auch in dieser Branche schwarze Schafe. Um nicht in ihre Fallen zu tappen, benötigt man vor allem entsprechendes Fachwissen zum Thema. Denn Finanzberater sind keine Lehrer.

Vertrauenswürdige Herkunft

In Deutschland gibt es verschiedene Verbände, in denen zuverlässige Finanzberater zusammengeschlossen sind. Ernsthafte und seriöse Berater, die sich langfristig um ihre Kunden bemühen, sind normalerweise einem dieser Verbände angehörig — allein um regelmäßig Erfahrungen und Wissen auszutauschen. Bekannte Verbände in Deutschland sind:

Auch in der Schweiz und in Österreich gibt es ähnliche Verbände. Beispielhaft seien hier der Schweizerische Versicherungsverband, der Finanzplanerverband oder der schweizerische Finanzberaterverband genannt. In Österreichh gibt es den Verband Österreichischer Versicherungsmakler, den Versicherungsverband Österreich, den Österreichischen Verband Financial Planner oder die Wirtschaftskammer Österreich.

Zusätzlich sind Berater stets in Register eingetragen, in denen ihr Status und ihre Ausbildung hinterlegt ist. In Deutschland handelt es sich dabei um das Vermittlerregister, in der Schweiz um die Vermittleraufsicht.

Honorarberater, Makler oder Vermittler?

Ein Berater kann verschiedene Titel haben, die auf den ersten Blick ähnlich klingen. Im Detail beschreiben sie aber die Abhängigkeiten des Beraters — sprich: Wer bezahlt die Beratungsleistung und in welcher Form?

Beim klassischen Vermittler handelt es sich häufig um Angestellte eines Unternehmens, die auch nur Produkte dieses Unternehmens verkaufen, für das er arbeitet. Der Arbeitgeber kann hier sowohl eine Versicherung oder Bank, aber auch ein sogenannter Allfinanzvertrieb sein, der Provisionsverträge mit mehreren Versicherungen abgeschlossen hat und eigene Vermittler beschäftigt.

Geld zur Hand
Image courtesy of nuttakit / FreeDigitalPhotos.net

Ein Makler arbeitet grundsätzlich selbständig und wählt unter allen am Markt verfügbaren Produkten unabhängig vom Unternehmen. Bezahlt wird er allerdings auf Basis von Provisionen, die er vom jeweiligen Unternehmen für die Vermittlung seines Produktes erhält. Wenn er kein Produkt vermittelt, geht er leer aus.

Das scheinbar beste Konzept ist der Honorarberater. Er wird direkt vom Kunden pauschal oder auf Stundenbasis bezahlt und ist damit überhaupt nicht von Zahlungen der Finanzbranche abhängig. Allerdings hat der Ratsuchende hier das Problem, dass er vorab häufig nur schwer den Wert der Beratungsleistung einschätzen kann.

Alle Angehörigen ihrer Klasse versprechen stets eine Beratung im Sinne des Kunden. Dennoch kann sich dieser eher ein Bild von der Qualität des Ratschlages machen, wenn er weiß, wer seine Brötchen bezahlt. So geht die schweizer BZ Berater Zentrum AG auf die Vorstellungen der Kunden ein und wirbt mit Unabhängigkeit und langfristigen Kundenbeziehungen. In Deutschland versprechen DVAG, MLP oder OVB ähnliches. Dabei hat die Finanztest in einem aktuellen Test für deutsche Finanzberater gerade erst festgestellt, dass die Qualität dieser Unternehmen durchaus anständig sein kann. Wie so oft hängt es letztendlich am Einzelfall.

Wie erkennt man einen guten Berater?

Einen guten Berater erkennt man zuallererst daran, dass er sich ein umfassendes Bild über die Situation des Kunden macht. Vorsichtig gilt, wenn innerhalb von wenigen Minuten und mit einem kurzen Standard-Fragenkatalog „das perfekte Ergebnis“ hervorgezaubert wird. Seriöse Beratung ist ein Prozess. Ein guter Berater begleitet seinen Kunden durch das Leben und steht ihm bei Fragen mit Rat und Tat zur Seite. Dazu gehört natürlich, dass er seine Erfahrungen zum Wohle des Kunden einsetzt.

Alarmsignale sind immer, wenn vorhandene Verträge schlagartig gekündigt werden sollen, um gleichzeitig viel bessere Produkte abzuschließen. Hier könnte die fixe Abschlussprovision für den Berater doch die Sicht auf den Kundennutzen vernebelt haben.

Ansonsten bleibt als Faustregel: Finanzberatung und Versicherungen sind kein Tagesgeschäft. Es gibt kein Angebot, das nicht auch noch im nächsten Monat abgeschlossen werden könnte. Man sollte sich also immer die Zeit nehmen, sich die Verträge vor dem Abschluss in Ruhe anzuschauen, Fragen zu klären und Alternativen zu prüfen. Auch sollte man stets im Kopf haben, dass ein guter Versicherungsberater sich nicht zwangsläufig auch mit Immobilienfinanzierung auskennen muss. Die BZ Berater Zentrum AG bietet eine Finanzberatung in der Schweiz, Progress Dresden bietet durch ihr Konzept hingegen eine weitgehend allumfassende Beratung vor allem für Studenten und Menschen beim Start ins Arbeitsleben im sächsischen Raum. Versicherungsvermittler sind in Fragen der Vermögensbildung hingegen eher nicht die erste Wahl, können aber fachlich bei der Wahl des passenden Versicherungsschutzes helfen. Auch hier zeigt sich: Es gibt für alles und jede Region einen Spezialisten.

Grundsätzlich sollte man nur das Unterschreiben, was man auch versteht. Folglich limitiert auch die eigene Bildung den möglichen Spielraum des Beraters. Man sollte sich also auch selbst genauer mit dem Thema beschäftigen und nicht erwarten, dass Berater sich die Mühe machen, beim Urschleim zu beginnen. Vom Autoverkäufer verlangt schließlich auch niemand, dass er dir die Verkehrregeln beibringt. 🙂